Donnerstag, 25. Mai, 19 Uhr Glockenhaus Lüneburg -
Annette Ziegenmeyer Flöten & Live-Elektronik
Alle Kompositionen stammen von Annette Ziegenmeyer. Die mit * gekennzeichneten Stücke sind Arrangements über "Blue Train" (John Coltrane) und "Closing Time" (Semisonic). Bis auf "Flute Dub" und "Closing Time", die mit dem Loop-Verfahren arbeiten, sind alle Kompositionen für diverse Blockflöten (von Sopran bis Bass) und Delay-Effekt geschrieben.
"Who's Bar Three"
"Hommage an Hildegard von Bingen"
"RFX 300"
"Flute Dub"
"Lost in space"
"Blue delayed train"
"The Guru Guy
"Nazdrowie"
"Other planets"
"Closing time"
Annette Ziegenmeyer, geboren 1976 in Hildesheim, studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Blockflöte bei Prof. Siri Rovatkay und schloss dort die Studiengänge „Schulmusik“ (2000), „Musikerziehung“ (2002) und „Künstlerische Ausbildung“ (2003) sowie auch ein Romanistikstudium an der Universität Hannover
(2003) ab. Inspiriert durch die Teilnahme an diversen Jazzworkshops (z. B. bei Bobby McFerrin, Richie Beirach, Jimmy Cobb etc.) gründete sie schließlich die Ensembles „Girl Talk“ und „As Is“ und widmete sich vor allem der Jazz- und Rockimprovisation auf der Blockflöte. Sie war Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe (z.B. Winning Jazz
2001, 2003 und Local Heroes 2002) und erhielt 2003 vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur ein einjähriges Künstler- und Komponistenstipendium an der Cité Internationale des Arts in Paris. Hier konzentrierte sie sich in ihrer kompositorischen Arbeit vor allem auf den Einsatz von Live-Elektronik (Delay-Effekte) und neuer Spieltechniken und erschloss sich zusätzlich bei Pierre Hamon und Carles Mas den Bereich der mittelalterlichen Tanzmusik und der Renaissance mit der Instrumentenkombination von Einhandflöte und Trommel. Es folgten internationale Auftritte sowie weitere Auszeichnungen: Auftritt beim „Festival des Femmes“ (Paris) mit „Girl Talk“, Stipendium des DTKV Niedersachsen (2003-2005) etc. Von Januar 2004 bis September 2005 unterrichtete Annette Ziegenmeyer Blockflöte und Solfège am Conservatoire municipal de Malakoff (Paris). Seitdem ist sie als Musik- und Französischlehrerin an einem Gymnasium bei Hamburg tätig. Darüberhinaus gibt sie regelmäßig Workshops für Blockflöte und Live-Elektronik. Neben zahlreichen CD-Aufnahmen („The Delayed Flute“, „Schwarzwald“, „The Vision“, „As Is Live!“ etc.) konzertiert sie
regelmäßig mit ihren verschiedenen Ensembles sowie als Solokünstlerin in Deutschland und Frankreich. Ihr bei MOECK veröffentlichter Zyklus „The Delayed Flute“ findet derzeit großen Zuspruch an Musikschulen und Konservatorien in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz.
The Delayed Flute
Das Spiel mit dem eigenen Echo. Neue Klangdimensionen für die Blockflöte.
Ganz neue Dimensionen des Blockflötenspiels erschließen sich durch den kreativen Einsatz von Elektronik. Das Spiel mit dem Delay, ein Effekt
der zeitlichen Verzögerung (Echo), räumt dem Instrument nicht nur eine Fülle neuer Ausdrucksmöglichkeiten ein sondern kann erstaunliche Klangwelten erzeugen. Als Ausgangbasis für das „Spiel mit dem eigenen Echo“ steht der von mir komponierte Zyklus „The Delayed Flute“ im Zentrum, der 2005 von MOECK als Spielpartitur herausgebracht wurde. Hierbei handelt es sich um einen Zyklus von zehn Kompositionen für einen Blockflötenspieler und Delay. Das Besondere an „The Delayed Flute“ ist, dass der Delay hier nicht bloß als Effekt sondern auf kreative Art und Weise als Improvisations- und Kompositionsmittel benutzt wird, um polyphone Klanglichkeiten zu erzeugen. In unterschiedlichen Geschwindigkeiten und mit verschiedenen Flöten eingesetzt gibt er die erklungenen Töne in einem definierten Zeitabstand verzögert wieder und bewirkt dadurch eine Überlagerung des soeben Gespielten mit den aufgezeichneten Blockflötentönen. Eine teilweise sehr perkussive und intensive Zungenartikulation erzeugt im Zusammenhang mit dem Delay eine komplexe Polyrhythmik, die die Blockflöte wie eine komplette Rhythmusgruppe erklingen läßt. Der Delay verwandelt die Blockflöte in einen multimedialen Klangkörper, der Melodik, Harmonik und Rhythmik vereinigt.