Sonntag, 1.10.17, 21 Uhr, Glockenhaus, Glockenstraße, 21335 Lüneburg

Kontaktstudiengang „Neue Kompositionstechniken“:

„Elektra-Reflektionen“,

Kompositionen nach einem Text von Nino Haratischwili (UA)

(20 Jahre Kooperation der Hochschule für Musik und Theater Hamburg mit dem Fortbildungszentrum für Neue Musik)

 

Grußworte der Hansestadt Lüneburg:
Vorsitzende des Kultur- und Partnerschaftsausschusses
Frau Birte Schellmann

Agamemnon, König von Mykene, zieht in den Krieg um Troja; und seinen Sohn Orest nimmt er mit. Zu Hause bleiben seine Töchter Thea und Elektra, seine Frau Klytemnestra und deren Geliebter Aygisthos. Jahre später, in der Nacht seiner Rückkehr aus dem Krieg, stirbt Agamemnon. Alle glauben, es sei Selbstmord gewesen, nur Elektra ist überzeugt davon, Klytemnestra und Aygisthos haben ihren Vater auf dem Gewissen. Sie wartet nun mit Inbrunst darauf, dass Orest heimkehrt und an den Mördern Rache nimmt.

Die Oriesteia ist eines der ältesten überlieferten Theaterstücke der Welt. Die Autorin Nino Haratischwili erzählt in ihrer aktuellen Version von den verzweifelten Versuchen angeblicher Kriegshelden, das, was sie getan und erduldet haben, hinter sich zu lassen und nach Hause zu kommen und von der ebenso verzweifelten Hilflosigkeit der Daheimgebliebenen, das Unsagbare der Kriegserfahrungen mit den Heimkehrern auszuhalten.
Elektra Reflektionen versammelt Musik von Trinh Hue Luong, M. Donoso Vera, G. Lazarecic, Helmut W. Erdmann und Dirk Schattner zu einem multimedialen Theater. Die einzelnen Kompositionen verbinden sich absichtlich nicht zu durchgehenden musikdramatischen Werk, sie sollen fragmentarisch bleiben, wie die Erfahrungen, die sie reflektieren, zerteilt beinahe, wie die Trümmer des Königspalasts, der am Ende von Nino Haratischwilis Text in die Luft gesprengt wird.

Interpreten sind die Komponist*innen selbst sowie die Schauspielerin Raffaela Kraus, Projektionen und Gestaltung von Martin Troschka unter Verwendung von Zeichnungen von Helmut W. Erdmann.