Mittwoch, 4.10.2017, 21 Uhr
Wasserturm, Am Wasserturm 1, 21335 Lüneburg

Elektroakustische Musik:
aus dem Fortbildungszentrum für Neue Musik Lüneburg I

Helmut Bieler Musik aus dem Dunkeln (1976)
für instrumentale und elektronische Klänge
Claus-Dieter Meier Aphorismen (1989, 6`49)
für elektronische Klänge
  Sieben kurze prägnante Gedankensplitter – Aphorismen- , die sich mit unterschiedlichen Klangphänomenen auseinandersetzen. Die Klangstrukturen sind nicht durch eine subtraktive Synthese entstanden, sondern durch eine Sandwich-Methode, dem übereinanderschichten verschiedener Klangfarben, die jeweils unterschiedliche Lautstärkeverläufe haben.
Claus-Dieter Meier noise scape (2008, 7`14)
für elektronische Klänge
  Geräuschlandschaften – Sensibilisierung nur auf das Rauschen – Rauschen des Windes, Rauschen des Wassers, Rauschen der Heizung, Rauschen der Klimaanlage – Rauschen der (unter-schiedlichen) Landschaften, Rauschen der Mobilität (Auto, Bahn, Flugzeug), Rauschen der Maschinen. Es gibt unendlich viele Geräusche, die wir in Wirklichkeit nicht wahrnehmen.
Helmut W. Erdmann Elektronische Musik XI (1982, 31´) "Panorama"

Helmut W. Erdmann - Flöten, Elektronik und Live-Elektronik,
Helmut Bieler - Klavier und Cembalo

 

Helmut Bieler
wurde 1940 in Gersfeld/Rhön geboren. Er studierte Komposition, Schulmusik und Klavier an der Staatlichen Hochschule für Musik in München. Seine wichtigsten Lehrer waren Franz Xaver Lehner, Friedrich Wührer, Aldo Schoen und Fritz Schieri. Die künstlerischen und pädagogischen Staatsexamina fielen in die Jahre 1965 und 1966. Bis zum Herbst 2004 war er Professor für Musikpädagogik an der Universität Bayreuth. Helmut Bieler komponierte zahlreiche Werke für Kammermusik, Solowerke für verschiedene Instrumente, Vokalwerke, Orchesterwerke, Solokonzerte (Viola, Klavier, Flöten, Oboe), Kurzoper, Oratorium, Messe, Orgelmusik, mehrfach Werke unter Einbeziehung von Elektronik. Seine Werke erlebten Aufführungen im In- und Ausland, auch bei zahlreichen Festivals, u.a. Biennale Zagreb, Saxophonweltkongress, Washington, Gaudeamuswochen Amsterdam, Weltmusiktage Aarhus, Aspekte Salzburg, Neue Musik Lüneburg, Musica Bayreuth und Festivals in Kazan, Moskau, Ljublijana, Prag, Portugal, Brasilien, ars-nova-tage Nürnberg, Orgelwoche Nürnberg, Studio für Neue Musik Berlin, sowie bei zahlreichen Rundfunk-, Fernseh-, CD-Aufnahmen und Produktionen. Er gründete und leitet heute zusammen mit dem Komponisten und Organisten Wolfram Graf die Bayreuther Reihe "Zeit für Neue Musik". Helmut Bieler ist Leiter und Pianist der Gruppe "Ensemble Musica Viva" (mit Helmut W. Erdmann und Bernd Kremling). Er erhielt den Kulturförderungspreis der Stadt Nürnberg, den Kulturpreis der Stadt Bayreuth und den Preis für Musik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 2008 (Friedrich-Baur-Preis).


Claus-Dieter Meier
Geboren 1962 in Freiburg/Brs. Studium in Lüneburg (Lehramt für Grund- und Hauptschule in Musik, Deutsch und Kunst); 2. Staatsexamen 1997. Seit 1990 Mitarbeiter des Fortbildungszentrums für Neue Musik und Dozent für digitale Live-Elektronik. Von 1989-2012 Geschäftsführer des Landesverbandes Nie-dersachsens der Jeunesses Musicales Deutschland. Seit 1980 Mitglied im "Ensemble Neue Musik Lüneburg" und Assistent von Prof. Helmut W. Erdmann (Flöte und Live-Elektronik). 1998 bis 2000 Moderator bei Radio ZuSa mit der Hörfunksendung "Klanginno-vationen". 2000 absolviert er den Kontaktstudiengang "Neue Kompositionstechniken" des AV-Medienzentrums der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie an Kompaktkursen des Fortbildungszentrums für Neue Musik.
Auseinandersetzung in den Bereichen Konzeptkomposition, Elektronische Musik / Tonbandmusik, Live-Elektronik und experimentelle Instrumentalmusik. Realisierung eigener Kompositionen; div. Konzerte und Workshops mit eigenen Werken.

Helmut W. Erdmann
1947 in Emden geboren. Studium in Braunschweig (Orchesterdiplom) und Hamburg (Flöte bei K. Zöller, Komposition bei D. de la Motte, Elektronische Musik bei W. Krützfeldt). 1970 Musiklehrerprüfung. Seit 1971 Lehrtätigkeit an der Musikschule Lüneburg (Flöte, Leiter des Ensembles Neue Musik Lüneburg); seit 1972 Lehrbeauftragter an der Leuphana Universität Lüneburg (von 1985 bis 1989 auch an der Universität Göttingen). Seit 1992 Professor für Komposition/ Live-Elektronik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seit 1976 Dozent, Referent und Kursleiter auf überregionalen und internationalen Tagungen und Kongressen. Seit 1971 rege solistische Tätigkeit, vor allem mit dem 1971 gegründeten Varius-Ensemble (Hamburg) Seit 1980 außerdem Mitglied des Ensemble Musica Viva (Bayreuth) und seit 1991 Mitglied des Michael Sell Ensembles (Frankfurt). Anreger neuer Kompositionen für Flöte solo und Kammermusik mit Flöte. Seit 1975 Künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe Neue Musik in Lüneburg, seit 1977 außerdem Leiter des Fortbildungs-zentrums für Neue Musik Lüneburg. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo (Rom), der Cite Internationale des Arts (Paris), der Stanford University California, (USA), 1980 Niedersächsisches Nachwuchsstipendium, 1983 Verleihung des Bach-Preis-Stipendiums der Stadt Hamburg; 1985 Stipendiat der Casa Baldi (Olevano/Rom) und der Cite Internationale des Arts (Paris) - zweiter Paris-Aufenthalt, 1988 und 1989 Gast im Atelierhaus Worpswede; 1990 Niedersächsisches Künstlerstipendium und 1991 Kulturpreis des Landkreises Lüneburg; 1996/97 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen. Seit 1998 Präsident der Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer Musik (ECPNM). Seit 2006 Präsidiumsmitglied des ECF (European Composer´s Forum). Seit 2007 Vorstandsmitglied des Deutschen Komponisten-verbandes sowie der ECSA (European Composers and Songwriters Alliance). Seit 2008 Mitglied der "Platform of Cultural and Creative Industries der EU-Commission for Education and Culture" in Brüssel. Seit 2009 Vorsitzender des Deutschen Komponistenverbandes, Landesverband Norddeutschland, sowie Mitglied des Fachausschusses "Europa/Internationales" des Deutschen Kulturrates; außerdem seit Oktober 2009 Vizepräsident des ECF´s. 2010 Berufung in das "Kompetenznetzwerk Europäische Kulturpolitik" des Deutschen Kulturrates.
Die kompositorischen Arbeiten (ca. 200 Werke) umfassen alle Gattungen, einschließlich elektronischer und live-elektronischer Werke, Konzerte und Rundfunkproduktionen mit eigenen Werken in der Bundesrepublik Deutschland, in Europa, Japan und in den USA.