Montag, 2.10.17, 21 Uhr, Glockenhaus

Zeit kommt


Zum 70. Geburtstag von Helmut W. Erdmann
ein Programm der Gesellschaft für Neue Musik Hamburg e.V.
in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Komponistenverband LV Norddeutschland

 

Thomas Jahn
(*1940)

Rezitative (2017), Uraufführung
für Posaune und Klavier          

Christophe Schweizer (Posaune) und Thomas Böttger (Klavier)


Thomas Böttger
(*1957)   

Drei Préludes (2017), Uraufführung aus dem Zyklus „10 Préludes“
            
Thomas Böttger (Klavier)


Renate M. Birnstein  

Où sont-ils? (2017), Uraufführung für Klavier zu vier Händen

René Mense und Thomas Böttger (Klavier)

Thorsten Kuhn
(*1967)  


Eine Romanze(2013) für Viola und Klavier
             I. Allegretto molto moderato
             II. Hochroth - Adagio assai
             III. Scherzo - Poco vivace
             IV. Tempo di Forlana
 
Maja Hunziker (Viola) und Thorsten Kuhn (Klavier)


René Mense
(*1969)  
Fragment für Klavier (1999)

Thorsten Kuhn (Klavier)
Rainer Hecht
(*1942)

Sonate(2014) für Viola und Klavier
             1. Satz,
Uraufführung
 
Maja Hunziker (Viola) und Thorsten Kuhn (Klavier)

Wolfgang A. Schultz
(*1948)  

Triptychon der Psalmen (2013/14) für Viola solo

Maja Hunziker (Viola)

Ulrich Busch-Orphal
(*1955)
Rhododendron (2017), Uraufführung für Klavier zu vier Händen

Ulrich Busch-Orphal und Arnim Bublitz (Klavier)
Heinz-Erich Gödecke
(*1944)

Zeit kommt(2017), Uraufführung für Flöte, C-Bassflöte und Zuspielband
            
Helmut W. Erdmann (Flöten)

Helmut W. Erdmann
(*1947)   

Stress III (1995) für Ensemble

Programmnotizen

Die Rezitative für Posaune und Klavier (2017) fußen auf der Rondoform.
Jedes Rezitativ erhält eine Einleitung, die unverändert wiederkehrt. Die drei Rezitative, vergleichbar mit den Couplets im Rondo, zeichnen sich durch ihren narrativen Charakter aus. Die Posaune "erzählt" drei Zustände: Exaltiert (1. Rezitativ), leicht, sentimental und "con spirito" (2. Rezitativ), hektisch und schnell (3. Rezitativ). Während die Einleitung immer ohne Dämpfer gespielt wird, verwendet der Spieler für jedes Rezitativ einen anderen Dämpfer, der den verschiedenen Zuständen die angemessene Klangfarbe verleiht.
(Thomas Jahn)

où sont-ils für Klavier zu vier Händen (2017)
Titel von Stücken komponiere ich wie das Stück selbst. Vordergründig und vielleicht noch mehr hintergründig hat er natürlich mit dem Stück zu tun.
Hier bezieht sich der Titel auf die Frage, wo befinden sich die Spieler und mit ihnen das Publikum stilistisch in diesem Stück, wo sind wir z. B. harmonisch an gesiedelt. Der Titel verrät schon, dass eine eindeutige Antwort vielleicht gar nicht möglich ist.
(Renate M. Birnstein)

Das Fragment für Klavier habe ich 1999, während ich es als Klavierstück komponierte, bereits im Kopf instrumentiert, um es dann für großes Orchester zu setzen. In der instrumentierten Form wurde es zum Mittelteil meines Orchesterstücks "Gebilde – Gegenbild". Da es nur Teil eines größeren Ganzen ist, nannte ich es Fragment.
Fragmentarisch sind aber auch die kurzen splitterartigen musikalischen Gebilde, die ich im Zuge der orchestralen Anlage des Klaviersatzes großräumig auf die Tastatur verteilt habe. Kontrastierend dazu habe ich eine Art "unendlicher Melodie" und Akkordfortschreitungen gesetzt, wobei Letztere durch ihr ruhiges Grundtempo eine retardierende Wirkung im Stück haben.
(René Mense)

Der Beginn des 1. Satzes meiner Sonate für Viola und Klavier kreist um den Ton D im Bass des Klaviers, der sich im Verlauf allmählich davon löst. Die Viola hingegen versucht sich aus einem thematischen Bruchstück immer stärker durchzusetzen und korrespondiert schließlich in einer vollwertigen Partnerschaft mit dem Klavier. Durch ständige rhythmische Verschiebungen in beiden Stimmen soll ein ¾ Takt verschleiert werden, um einen eventuellen Schwebezustand beim Hören zu erreichen. Dies gilt insbesondere auch für ein 2. Thema. Auf eine saubere Sonatenhauptsatzform wird verzichtet, da der konzertierende Dialog im Vordergrund steht. Eine quasi Reprise weitet vor allem das 2. Thema aus und verbindet in einer ausgeprägten Coda Anlehnungen aus dem Anfang. Stilistisch wird eine freie 12-Tönigkeit angestrebt, um das Korsett einer starren Tonfolge aufzubrechen. Es wird bewusst auf einen experimentellen Charakter verzichtet, um die traditionellen spieltechnischen Möglichkeiten der Viola auszuschöpfen.
(Rainer Hecht)

Triptychon der Psalmen für Viola solo (2013/14)
Ein Triptychon ist ein dreiteiliges Altarbild. Hier steht in der Mitte ein biblischer Psalm, an den Seiten jeweils ein Gedicht aus dem 20. Jahrhundert, das sich auf Psalmen bezieht.
Der Titel des Gedichts von Georg Trakl ("De Profundis" - "Aus der Tiefe") spielt an auf den 130. Psalm ("Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir.") So versucht die erste Fantasie die Atmosphäre der traurigen und einsamen Landschaft zu Beginn des Gedichts einzufangen, dann die Stimme des Waisenmädchens mit ihren Wünschen und Sehnsüchten. Ein Riss geht durch die Landschaft … dann hört man nur noch einen schattenhaften, fast leblosen Widerhall der Stimme.
Die zweite Fantasie (nach dem 23. Psalm Davids) wird in pastoraler Stimmung begonnen und abgeschlossen; dazwischen vernimmt man die Schwere der "Wanderung im finsteren Tal" und die tröstenden Klänge der Naturbilder.
Die dritte Fantasie (nach "Psalm" von Paul Celan) lässt die Musik gleichsam aus der Leere entstehen. Mit diskreten Anspielungen auf Psalmodie und jüdische Musik entfaltet sich eine Melodie, die durch schattenhafte Klänge unterbrochen wird. Die Gespenster der bei Celan immer gegenwärtigen Vergangenheit fordern die bewusste Auseinandersetzung und lassen letztendlich doch ein Blühen ("über dem Dorn") zu.
(Wolfgang-Andreas Schultz)

Rhododendron für Klavier zu vier Händen (2017)
- Helmut W. Erdmann zum 70. Geburtstag -
Vegetative Variationen über ein Signum, Zwölftonfelder und Obertonbeziehungen.
(Ulrich Busch-Orphal)

Zeit kommt für Flöten und Zuspiel-Elektronik (2017)
Das Stück ist eine expressive Exkursion als Beobachter und Teilnehmer: Fragen, was da ist, führen zu Konzentration und scheinbare Stille, führen zu Selbstbeobachtung, wie in einem Selbstversuch. Erkenntnisse breiten sich aus: kulminieren zu einem schreckhaften Moment. Aber es bleibt immer noch ein "Etwas"; und neue Rätsel.
(Heinz-Erich Gödecke)

 

Biographien


Thomas Jahn wurde am 29. Dezember 1940 in Berlin geboren. An der Schule begann er sich für Jazz zu interessieren und gründete mit anderen eine Schüler-Band. Er verfolgte mit zunehmendem Interesse die aktuelle amerikanische Jazzszene.
1962 begann er an der West-Berliner Hochschule für Musik Komposition bei Prof. Heinz Friedrich Hartig zu studieren. Mit Kommilitonen gründete er die "Gruppe Neue Musik Berlin". 1968 gründete er mit Wolfgang Florey, Jens Peter Ostendorf, Beate Gabriela Schmitt u.a. die Gruppe "Hinz und Kunzt", die sich der freien Improvisation widmete. 1969 verbrachte er einen Arbeitsaufenthalt in Los Angeles bei der Sängerin, Komponistin und Arrangeurin Anita Kerr und lernte dort das Know how des Arrangierens von Popmusik kennen.
Von 1973 bis 1974 war er musikalischer Leiter am Thalia Theater in Hamburg und betreute mehrere Produktionen. Mit "Hinz und Kunzt" führte er 1973 die unter der künstlerischen Gesamtleitung von Hans Werner Henze stehende szenische Kantate "Streik bei Mannesmann" bei den "X. Weltfestspielen der Jugend und Studenten" in Berlin (DDR) auf. Es entstand eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Henze, der Jahn intensiv förderte.
Von 1978 bis 1980 studierte Jahn bei Prof. Werner Krützfeld Musiktheorie an der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst. 1979 erhielt er den Förderpreis des Bachpreises der Freien und Hansestadt Hamburg.
1979 - 1986 war er Lektor im Hamburger Peer Musikverlag, der Europa-Dependance von Peermusic New York.
Thomas Böttger, geboren 1957 in Neustrelitz, erhielt den ersten Klavierunterricht 1964 und schrieb seine erste Komposition mit neun Jahren. Er studierte von 1975-1980 an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin die Fächer Komposition und Klavier. Von 1980 bis 1981 setzte er sein Studium an der Musikakademie "Frédéric Chopin" in Warschau bei dem Komponisten Tadeusz Baird fort. Er war 1981 bis 1983 Meisterschüler bei Professor Ruth Zechlin an der Akademie der Künste in Berlin. Thomas Böttger lebt seit 1986 in Hamburg.
1983 fand beim Festival "Warschauer Herbst" die Uraufführung seiner "Rilke-Lieder" für Sopran und Orchester statt. Kompositionsaufträge erhielt er u.a. von der Staatsoper in Berlin ("Nocturne für 14 Streicher", "Hommage à Wagner" für Kammerorchester), dem ehem. Rundfunk der DDR (1. Klavierkonzert) und dem "Theater im Palast" in Berlin ("Nocturne für 2 Gitarren und Kammerensemble", 1983).
Seit 1997 ist Thomas Böttger freier Mitarbeiter beim NDR-Hamburg. Allein zwischen 1999 und 2001 gestaltete er ca. 200 Sendungen über die Geschichte des Klavierspiels im 20. Jahrhundert. Bis heute sind es mehrere hundert Sendungen. 2005 veröffentlichte er sein Buch "Wie in einer anderen Dimension..." über den ungarischen Pianisten Tamás Vásáry.

Renate M. Birnstein
geb. in Hamburg, studierte Komposition bei Diether de la Motte und György Ligeti. Studienaufenthalte in der Schweiz (Künstlerhaus Boswil ) und in Rom (Villa Massimo); bis 2012 Professorin für Musiktheorie und Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

Thorsten Kuhn wurde 1967 in Hamburg geboren. Von 1988 bis 1995 studierte im Fach Komposition / Musiktheorie bei Ulrich Leyendecker an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, wo er als freiberuflicher Komponist und Pianist lebt.
Kuhn ist mehrfacher Preisträger internationaler Kompositionswettbewerbe, darunter das "Festival de Musique sacrée", Fribourg, der "Concours Européen de Choeurs et Maîtrises de Cathédrales", Amiens und der Wettbewerb der "Viola – Stiftung Walter Witte", Frankfurt am Main.
Im Jahr 2001 erhielt Kuhn vom Norddeutschen Rundfunk in Hamburg den Auftrag zur Komposition von "The Pity of War" für Sopran und Jazz-Ensemble auf das Gedicht "Strange Meeting" von Wilfred Owen, das in der Reihe "das neue werk" von dem Ensemble "klangwerkstatt weimar" uraufgeführt wurde.
Er gab Recitals beim "Franz-Liszt-Festival" in Weimar und beim Festival "Ein anderes Amerika – Perspektiven auf John Cage" in Wien. In den Räumen der Anita Cheng Dance Company in New York spielte Kuhn die amerikanische Erstaufführung des Stücks "Scarab" von Arlene Sierra, die ihn auch zu einem Aufritt in "Kettle´s Yard" in Cambridge (UK) einlud.
Im Dezember 2008 spielte Kuhn gemeinsam mit der Cellistin Christina Meißner u.a. in Hamburg, München und Berlin eine Konzertserie zu Ehren des 100ten Geburtstages von Elliott Carter.

René Mense wurde am 22. Februar 1969 in Hamburg geboren. Im Alter von 11 Jahren erhielt er den ersten Unterricht in Gitarre- und ein Jahr später auch in Klavierspiel. Aus der selben Zeit datieren erste Kompositionen. Nach dem Abitur, im Herbst 1988, nahm er an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei Ulrich Leyendecker das Studium im Fach Komposition/Musiktheorie auf und arbeitet seit Abschluss des Studiums als freiberuflicher Komponist.
Schwerpunkte seines kompositorischen Schaffens sind Kammermusik sowie geistliche Vokalmusik, darunter ein "Stabat Mater" und ein Requiem ("Missa pro Defunctis"). In diesen und anderen Stücken aus diesem Werkbereich spiegelt sich besonders auch der Einfluss mittelalterlicher Mehrstimmigkeit sowie des gregorianischen Chorals; beiden Musikformen ist Mense als Sänger in einer Choralschola sowie einem Männervokalensemble besonders zugetan.
Mense war mehrfach Preisträger internationaler Wettbewerbe. Für sein Orchesterstück "Gebilde-Gegenbild" erhielt er im Frühjahr 2001 als erster deutscher Finalist den 1. Preis beim renommierten Toru Takemitsu Composition Award in Tokyo. Dem Preis schloss sich ein Kompositionsauftrag des NDR in Hamburg für die Reihe das neue werk an. 2003 war Mense Franz Liszt-Stipendiat der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Menses Musik wird im In- und Ausland von so renommierten Ensembles wie dem Asko Ensemble, London Sinfonietta oder dem Ensemble Intercontemporain und dem Tokyo Philharmonic Orchestra aufgeführt.

Rainer Hecht
geb. 1942 in Mannheim. Klavierstudium in der Meisterklasse Prof. Helmut Vogel, Musikhochschule Mannheim und Prof. Robert Henry Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Abschluss Diplom Dirigieren bei Prof. W. Brückner-Rüggeberg; Aufbau-Studium am Ernst-Thienhaus-Institut in Detmold mit Tonmeister-Diplom, Produktionstätigkeiten in der Schallplattenindustrie, Rundfunk und Fernsehen, Leiter des AV-Medienzentrums an der Musikhochschule Hamburg, Professur für AV-Medien, Computermusik, Akustik und Instrumentenkunde , Mitinitiator des Kontaktstudiengangs Neue Musik an der Hochschule f. Musik, Hamburg, langjähriger Gastdozent am Eulec, Lüneburg und Musikhochschule Lübeck, langjährige Tätigkeit als Tonmeister an der Staatsoper Hamburg, Berater an verschiedenen Musiktheatern und Gutachter für Urheberrecht. Kompositorische Tätigkeit: Klavierwerke in verschiedenen Stilrichtungen, Kammermusiken für Holz- und Blechbläser, Streicher und Klavier, Saxophon und Orgel, Symphonie für 11 Blechbläser, Pauken und Schlagzeug, Konzert für Klavier und Orchester, Trios in verschiedenen Besetzungen, zahlreiche Lieder mit Klavier, Werke für Bassflöte und Marimbaphon, Bassflöte mit Zuspielung und Live-Elektronik uvm.
Wolfgang-Andreas Schultz, 1948 in Hamburg geboren, erhielt während der Schulzeit Klavier- und Cello-Unterricht und unternahm erste Kompositionsversuche im Alter von 12 Jahren.
Nach dem Abitur 1968 studierte er zunächst Musikwissenschaft und Philosophie an der Universität Hamburg; in dieser Zeit wurde ihm das Komponieren immer wichtiger, so dass er 1972 ein Kompositionsstudium an der Musikhochschule in Hamburg bei Ernst Gernot Klussmann begann. 1974 schloss er das Musikwissenschaftsstudium mit der Promotion ab, 1975 folgte die Diplomprüfung in Musiktheorie/Komposition. Bei György Ligeti konnte er das Kompositionsstudium fortsetzen; während dieser Zeit arbeitete er als Theorielehrer am Hamburger Konservatorium. 1977 wurde er Dozent an der Hamburger Musikhochschule und Assistent von György Ligeti - dabei war es seine Aufgabe, Ligetis Studenten in den traditionellen Disziplinen wie Harmonielehre, Kontrapunkt und Instrumentation zu unterrichten. Seit 1988 ist er in Hamburg Professor für Musiktheorie und Komposition.

Ulrich Busch-Orphal wurde 1955 in Hildesheim geboren. Autodidaktisches Komponieren und Improvisieren ab dem Alter von 15 Jahren. Nach dem Abitur Studium im Fach Klavier, danach im Fach Komposition und Musiktheorie in Hamburg bei Professor Diether de la Motte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Seit 1982 lebt Ulrich Busch-Orphal als freischaffender Komponist in Hamburg.
Sein Schaffen umfasst zahlreiche Werke für Klavier solo und Kammermusik mit Klavier, Werke für Symphonieorchester, ein Konzert für Violoncello und Orchester, die 1. Klaviersonate (1986), das Streichquartett Nr. 1 (1988), "Quattrosogno" für Klarinette, Violine, Viola und Violoncello (1990), die 2. Klaviersonate (1996-97), Preludes für Klavier (1998-2000), "Hymnus für J.S.Bach" (2000) sowie die "Rumi-Suite" für Klavier zu vier Händen (2004-2010), die von der extatischen Lyrik des ersischen Mystikers Dschellaleddin Rumi (1207-1273) inspiriert wurde. ie "Rumi-Suite" hat er zusammen mit Arnim Bublitz bereits ehrfach aufgeführt: In Kampen auf Sylt, in Hamburg, olfenbüttel (2009) und im Gedenkkonzert für seinen Lehrer Prof. D. de la Motte in Wien (2011).

Heinz-Erich Gödecke spielt Posaune, Didjeridoo, Gongs, tibetische Hörner und und und ….
Er komponiert und improvisiert.
Heinz-Erich Gödecke ist Musiker, Komponist, Bildender Künstler und war Ingenieur beim DESY.
Der Posaunist tritt auf als Solist, hat eigene Ensembles oder arbeitet temporär mit namhaften Musikern zusammen. Auf Tourneen durch die Länder der ehemaligen Sowjetunion, aber auch in Polen, Schweden, Rumänien, Österreich, China und Ecuador trat er auf. In Armenien sowieso.
Er nahm teil am Projekt Polyphony of the World des russischen Komponisten Alexander Bakshi, das anläßlich der Theater-Olympiade 2001 in Moskau uraufgeführt wurde.
In Armenien nahm Heinz-Erich Gödecke teil an Tradition und Moderne, dem Internationalen Festival und Symposium anläßlich des 75. Geburtstages von Avet Terterian.
Im Frühjahr 2007 war er mit einer Installation im National Center of Contemporary Arts, Moscow Teilnehmer der Second Moscow Biennale of Contemporary Art.
Heinz-Erich Gödecke war Vorsitzender des Jazzbüros Hamburg, organisierte die Belaieff-Konzerte in Hamburg und hatte eine monatliche Musik-Sendung bei Tide 96.0: fonotop

Helmut W. Erdmann
1947 in Emden geboren. Studium in Braunschweig (Orchesterdiplom) und Hamburg (Flöte bei K. Zöller, Komposition bei D. de la Motte, Elektronische Musik bei W. Krützfeldt). 1970 Musiklehrerprüfung. Seit 1971 Lehrtätigkeit an der Musikschule Lüneburg (Flöte, Leiter des Ensembles Neue Musik Lüneburg); seit 1972 Lehrbeauftragter an der Leuphana Universität Lüneburg (von 1985 bis 1989 auch an der Universität Göttingen).
Seit 1992 Professor für Komposition/Live-Elektronik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seit 1976 Dozent, Referent und Kursleiter auf überregionalen und internationalen Tagungen und Kongressen. Seit 1971 rege solistische Tätigkeit, vor allem mit dem 1971 gegründeten Varius-Ensemble (Hamburg) Seit 1980 außerdem Mitglied des Ensemble Musica Viva (Bayreuth) und seit 1991 Mitglied des Michael Sell Ensembles (Frankfurt). Anreger neuer Kompositionen für Flöte solo und Kammermusik mit Flöte. Seit 1975 Künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe Neue Musik in Lüneburg, seit 1977 außerdem Leiter des Fortbildungszentrums für Neue Musik Lüneburg. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo (Rom), der Cite Internationale des Arts (Paris), der Stanford University California, (USA). Seit 1998 Präsident der Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer Musik (ECPNM). Seit 2009 Vorsitzender des Deutschen Komponistenverbandes, Landesverband Norddeutschland. Die kompositorischen Arbeiten (ca. 200 Werke) umfassen alle Gattungen, einschließlich elektronischer und live-elektronischer Werke, Konzerte und Rundfunkproduktionen mit eigenen Werken in der Bundesrepublik Deutschland, in Europa, Japan und in den USA.
"In meinen Kompositionen bin ich bestrebt, zu einer Synthese heute möglicher Stilmittel zu gelangen. Hierzu gehört neben Einbeziehung improvisatorischer Gestaltungsmöglichkeiten bei einigen Werken, von Beginn meiner kompositorischen Arbeit an die Auseinandersetzung mit elektronischer Musik und live-elektronischer Klangverarbeitung und den differenzierten Fähigkeiten der Computermusik Von großer Bedeutung sind für mich dabei die verschiedenen Mischformen - vom "reinen" Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis zum völlig elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen der Verfremdung, Klangerweiterung, dem Feedback instrumentaler und apparativer Technik im kreativen Entfaltungsprozess. Parallel dazu hat mich die Einbeziehung melodischer und rhythmischer Elemente interessiert, um wieder zu "lustvollem" Musizieren zu gelangen. Neben diversen Kompositionen für professionelle Formationen hat mich in den zurückliegenden mehr als 40 Jahren immer wieder die Aufgabe gereizt, Stücke für den Laienbereich zu konzipieren. Vor allem in der Kammermusik sind eine Reihe von Stücken entstanden, zu denen mich jugendliche Spieler als Teilnehmer der Wettbewerbe "Jugend musiziert" angeregt haben. Für mich als Komponist stellt sich dabei auch eine wichtige pädagogische Aufgabe: jugendliche Spieler an die Auseinandersetzung mit Neuer Musik heranzuführen, ihr Interesse zu wecken und zur kontinuierlichen Beschäftigung mit Neuem, Ungewohntem zu ermuntern."

Interpreten

Der Posaunist, Komponist und Arrangeur Christophe Schweizer wurde 1968 in der Schweiz geboren, wo er bei Branimir Slokar und Guy-Noel Conus studierte. 1992 liess er sich für zehn Jahre in New York nieder, wo er bei David Taylor und Conrad Herwig seine Jazzstudien beendete und mehrere Bands gründete, mit denen er zahlreiche Konzerte auch in Europa gab und mehrere Alben veröffentlichte, darunter zuletzt (2012) OPUS mit David Binney, Jacob Sacks, Hans Glawischnig und Dan Weiss. Er war mehrere Jahre lang Mitglied der George Gruntz Concert Jazz Band, tourte mit der Mingus Big Band und trat mit dem Maria Schneider Jazz Orchestra auf. Seit 2002 lebt er in Hamburg, gehört dort dem Orchester des Musicals "König der Löwen" an und hat seither unter vielen anderen mit der NDR Big Band, WDR Big Band und Aarhus Jazz Orchestra gespielt. Seiner aktuellen Band "YOUNG RICH & FAMOUS" gehören die Berliner Musiker Wanja Slavin, Pliver Potratz und Christian Lillinger an (2015 Album GRAND GRACE). 2016 erscheint die Produktion THE BROADER PICTURE, auf dem Schweizer die WDR Big Band leitet mit seinen Arrangements der Kompositionen des Schlagzeugers Billy Hart. Als Instrumentalsolist führe er u.a. 2006 mit dem Gstaad Festival Orchestra Daniel Schnyders Alphornkonzert auf und gastierte 2015 mit dem Symphonieorchester Tiflis in einem Konzert zu Ehren Gia Kanchelis. Ebenfalls 2015 arbeitete er im Crossoverbereich mit dem New Yorker "Absolute Ensemble" (dir. Kristian Järvi) und "We are Stargaze" (dir. André de Ridder, u.a. mit Owen Pallett). Im Bereich der zeitgenössischen Musik hat Christophe u.a. mehrere Jahre mit dem Experimentalkomöonisten Brice Catherin zusammengearbeitet, dessen 10-stündige Soloperformance "Ma pièce avec comme un éspoir à la fin" er 2010 in Genf uraufführte.
1999 / 2000 unterrichtete er am Banff Jazz Workshop in Kanada und ist seit 2013 Teil der Musikergemeinde am Outreach Festival / Academy in Schwaz / Tirol.

Maja Hunziker wurde in der Schweiz geboren. Ihr Studium begann sie bei Alexander van Wijnkoop an der Musikhochschule Basel, anschließend studierte sie in der Klasse von Prof. Marco Rizzi an der Hochschule für Musik in Detmold, sowie bei Christoph Schickedanz in Hamburg. Meisterkurse bei Stephan Picard, Valery Gradov, Christian Tetzlaff u.a. ergänzten ihre musikalische Ausbildung.
Ihr besonderes Interesse gilt der Kammermusik. Sie ist Mitglied des Nathan Quartetts. Wichtige Impulse bekam sie von herausragenden Künstlerpersönlichkeiten wie Andras Schiff, dem Auryn Quartett, Vermeer Quartett sowie Guarneri Quartett.
Während des Studiums öffnete sich Maja Hunziker auch anderen Musikrichtungen wie Balkan- und Klezmermusik und Tango. Sie ist Gründungsmitglied von "Ensemble Vinorosso", mit dem sie international erfolgreich konzertiert.
Maja Hunziker widmet sich auch der Barockmusik und der Aufführungspraxis mit historischen Instrumenten. Sie ist festes Mitglied des in Hamburg gegründeten Ensembles "barockwerk".

Arnim Bublitz wurde in Goslar geboren. Bei diversen Wettbewerben erhielt er Auszeichnungen. 1975 wurde er Schüler von Professor Karl-Heinz Kämmerling. Nach dem Abitur studierte er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Hamburg in der Klasse von Professor Evgenij Koroliov.
Seitdem arbeitet er als freischaffender Pianist und Klavierpädagoge.
Auftritte in verschiedenen deutschen Städten. Rundfunkproduktionen zahlreicher Klavierwerke von Ulrich Busch-Orphal. Intensive persönliche Zusammenarbeit mit György Ligeti und Alfred Schnittke, dessen dritte Klaviersonate Arnim Bublitz 1996 in Hamburg zur Erstaufführung brachte.
Im Jahr 2000 Konzert in Israel mit der ersten Klaviersonate von Alfred Schnittke sowie mit der zweiten Klaviersonate von Ulrich Busch-Orphal. Ein Gedenkkonzert in Österreich für Prof. Diether de la Motte, veranstaltet von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, im Franz-Liszt-Saal im März 2011, mit Werken von F. Liszt, T. Takemitsu und der Rumi-Suite für Klavier zu vier Händen von U. Busch-Orphal.