| In Memoriam Dieter Salbert - Komponistenportrait mit Helmut Bieler (Klavier) und Helmut W. Erdmann (Flöten, Live-Elektronik) |
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Programm
Episoden (1975)
Version für Flöte (Piccoloflöte und Flöte in G) und Klavier
allegro vivace
moderato – cantabile
presto
"Tonale, atonale, freiere und strenge musikalische Formeln werden zur Interaktion gebracht.
Es ergeben sich Assoziationen, des öfteren nicht Ironie, die sich fast wie drei sehr persönliche
gestaltete Bilderbuchwelten anbieten."
Nachtflug (1977)
für Bassflöte (+ Live-Elektronik) und Tonband
Biographie einer unruhigen Stunde (1970)
für Klavier solo
Fluchtpunkte
Etwas unter mir
Etwas über mir
Etwas in mir
Etwas um mich herum
"Eine Flut von Gedanken, die sich jagen, überlagern, ineinander spielen und sich zu musikalischen
Momenten verdichten. Inhaltliche und emotionale Anhaltspunkte bieten die Titel der fünf Sätze."
Der Spieler (1991)
für Flöte und elektronische Klänge
Wie schön leuchtet der Stern (1973)
Version für Flöte (+ Live-Elektronik), Klavier und Tonband
"Das fünfteilige Musikstück bewegt sich in drei Dimensionen: dem Tasteninstrument, der modulierten Flöte und der Musique Concrete vom Tonband.
Anfang und Ende des Chorals "Wie schön leuchtet der Morgenstern" werden in der Komposition zitiert. Vom Zitat weg verläuft der 1. Teil,
darauf zu 5 .Teil. In der 2. und 3.Phase durchsetzen melodische oder akkordische Bruckstücke aus dem Choral improvisatorisch freie Passagen.
Diese freien Teile deuten in ihrer Gestik auf barocke Trillerornamentik und Praeludieren hin. Der langsame 4.Teil parodiert, unterstützt von Instrumentalarpeggien und tiefen Gongschlägen, rezitativisch die Choralmelodik."
Dieter Salbert, Prof. Dr. - Komponist (www.salbert.de)
Geb. 1932 in Berlin - gestorben 6.7.2006 Meine
Studium der Hauptfächer Komposition und Klavier am Städt.Konservatorium Berlin jetzt Musikhochschule): Künstlerische Reifeprüfung in Komposition.
Erster Kontakt mit Elektronischer Musik (EM) durch Gastvortrag von Oskar Sala (Trautonium). Elektronische Studien und Produktionen bei den Internat.Ferienkursen Darmstadt, beim Elektr.Studio der StiftungGaudeamus Bilthoven/Holland, beim Tschechischen Rundfunk Pilsen und Bayr.Rundfunk/Studio Nürnberg.
1969 Anschaffung des ersten Synthesizers (EMS)und ständige Erweiterung zum professionellen elektronischen Produktionsstudio.
Vielfältige Konzerttätigkeit und Rundfunkproduktionen in Deutschland und Europa als live-elektronischer Synthesizer-Spieler mit eigenen Kompositionen.
Aufführungen vieler seiner Kompositionen in fast allen Kontinenten.
Im Rahmen seiner Hochschularbeit theoretische und praktische Seminare über E.M.
1974/75 Musikdozent an der Akademie Remscheid,
1975-1980 Dozent für Musik an der Pädagogischen Hochschule Braunschweig
1980-1992 Musikprofessor an der Fachhochschule Braunschweig
Promotion in Hamburg 1984 bei Prof.Dr.Hermann Rauhe: „Die Bedeutung der automatischen Musikinstrumente für die Ästhetische Erziehung unter besonderer Berücksichtigung der audiovisiuellen Kommunikation und Musikdidaktik“
Publikationen zum Thema E.M.: Synthesizermusik und Live-Elektronik (Batel/Salbert), Wolfenbüttel 1985
„Das `Radiophonische`an der Live-Elektronik“ in Radiophonische Musik, Moeck 1985
u.a.
Kursleiter für Elektronische Musik beim Internat. Jugendfestspieltreffen Bayreuth 1974 und 1975, Musikhochschule Heidelberg, Remscheider Sommerkurse u.a.
1981 Gründung der Neue Akademie Braunschweig e.V. mit dem jährlich stattfindenden Synthesizer Musik Festival (seit 1989 als Medien-Nacht).
Auszeichnungen:
Förderpreis für Musik der Stadt Nürnberg 1965
Richard Wagner-Medaille der Stadt Bayreuth 1975
Niedersächsisches Künstlerstipendium 1985
Bundesverdienstkreuz a.B. 1986
Deutscher Schallplattenpreis „Echo-Klassik“ 1993.
Das Gesamtwerk umfasst ca. 200 Kompositionen:
1. klassische Besetzung große Werke für Soli, Chor, Orchester und vielfältige Kammermusik, Lieder, Chorwerke
2. elektronisch Kompositionen für Synthesizer solo/elektronisches Ensemble DIE REISE, Die Sieben Siegel, Bergwanderung, IKONE, Dunkel u.a.
3. elektronisch + klassisch Kammermusik und Synthesizer: („Spielpläne“ auf der CD „Vom Solo zum Nonett“ pd 202293 u.a.), Gesang und Synthesizer: Pablo Neruda-Oden, Schwarzer Walzer in F (Ingeborg Bachmann), Lass die Sterne am Himmel, DIE REISE (Wolf Peter Schnetz) Soli,Chor,Bläser,Orgel und Synthesizer: Theatralische Messe (CD ram 59611)
Records/CD`s mit elektronischer Musik
Musica Phantastica: Duo Salbert-Zahoransky (Gesang/Elektronik)(LP vergr./CD-Reprint in Vorbereitung
Klangszenen (LP RRK 15016): New Art Ensemble Braunschweig (Voice, E-Git.,E-Percussion, Synthesizer, E-Baß)
„Vom Glanz der Trauer“ (TS 0101)“ (Gesang, Rezitation, Saxofon, Elektronik)
„Electronic pictures“ (TS 0104)(elektronisch)
INTERPRETEN
Helmut W. Erdmann (Flöten mit Live-Elektronik)
1947 in Emden geboren. Studium in Braunschweig (Orchesterdiplom) und Hamburg (Flöte bei K. Zöller, Komposition bei D. de la Motte, Elektronische Musik bei W. Krützfeldt). 1971 Musiklehrerprüfung. Seit 1971 Lehrtätigkeit an der Musikschule Lüneburg (Flöte, Leiter des Ensembles Neue Musik Lüneburg); seit 1974 Lehrbeauftragter an der Universität Lüneburg, seit 1985 an der Universität Göttingen. Seit 1992 Professor für Komposition/Live-Elektronik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seit 1976 Dozent, Referent und Kursleiter auf überregionalen und internationalen Tagungen und Kongressen. Seit 1971 rege solistische Tätigkeit, vor allem mit dem 1971 gegründeten Varius-Ensemble (Hamburg) Seit 1980 außerdem Mitglied des Ensemble Musica Viva (Bayreuth) und seit 1991 Mitglied des Michael Sell Ensembles (Frankfurt). Anreger neuer Kompositionen für Flöte solo und Kammermusik mit Flöte. Seit 1975 Künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe Neue Musik in Lüneburg, seit 1977 außerdem Leiter des Fortbildungs-zentrums für Neue Musik Lüneburg. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo (Rom), der Cite Internationale des Arts (Paris), der Stanford University California, (USA), 1980 Niedersächsisches Nachwuchsstipendium, 1983 Verleihung des Bach-Preis-Stipendiums der Stadt Hamburg; 1985 Stipendiat der Casa Baldi (Olevano/Rom) und der Cite Inter-nationale des Arts (Paris) - zweiter Paris-Aufenthalt, 1988 und 1989 Gast im Atelierhaus Worpswede; 1990 Niedersächsisches Künstlerstipendium und 1991 Kulturpreis des Landkreises Lüneburg; 1996/97 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen. Seit 1998 Präsident der Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer Musik. Die kompositorischen Arbeiten (ca. 150 Werke) umfassen alle Gattungen, einschließlich elektronischer und live-elektronischer Werke, Konzerte und Rundfunkproduktionen mit eigenen Werken in der Bundesrepublik Deutschland, in Europa, Japan und in den USA.
Helmut Bieler (Klavier)
Geboren 1940, Studium von Komposition, Schulmusik, Klavier (Staatliche Hochschule
f ür Musik, München; F. X- Lehner, Fr. Wührer, A. Schoer); Künstlerische und Pädagogische
Staatsexamina 1965/66, heute Professor für Musikpädagogik an der Universität Bayreuth.
Werke: Zahlreiche Kammermusik, Solowerke für verschiedene Instrumente, Vokalwerke,
Orchesterwerke, Oper, Oratorium, Messe, Orgelmusik, mehrfach Einbeziehung von
Elektronik; Aufführungen im In- und Ausland; bei zahlreichen Festivals, unter
anderem Biennale Zagreb, Saxophonweltkongress Washington, Gaudeamuswoche Amsterdam,
Aspekte Salzburg, Neue Musik in Lüneburg, Weltmusiktage Aarhus, Ars-nova-tage
Nürnberg, Studio für Neue Musik Berlin u. v. a.; Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg,
Kulturpreis der Stadt Bayreuth; zahlreiche Rundfunkaufnahmen und -sendungen im
In- und Ausland; Konzertätigkeit als Pianist mit Neuer und traditioneller Musik
(Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen); Leiter und Pianist der Gruppe "ensemble
musica viva".