Eröffnungskonzert, Sonntag, 12.10.2008, 19 Uhr, Glockenhaus
Grußworte: Marie-Anne Henschke
Kultur- und Partnerschaftsausschuss -
Rat der Hansestadt Lüneburg
Lothar Voigtländer
Vizepräsident des Deutschen Komponistenverbandes
Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“
Mit seinem 1941 entstandenen und in einem Kriegsgefangenenlager bei Görlitz uraufgeführten „Quatuor pour la fin du temps“ wird in diesem Konzert ein Werk erklingen, das nicht nur zu den wichtigsten des Komponisten gehört, sondern darüber hinaus einen Höhepunkt religiös inspirierter Musik des 20. Jahrhunderts darstellt, bezieht es sich doch in Titel und Inhalt auf die Offenbarung des Johannes.
Ausführende werden die Geigerin Dorothea Vogel und die Cellist Uwe Stahlbaum aus dem Gewandhausorchester Leipzig und die Klarinettistin Anja Starke aus der Staatskapelle Halle sein sowie am Klavier Jens Marggraf, Professor für Musiktheorie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. In einem Vortrag mit live vorgetragenen Musikbeispielen wird er, bevor das gesamte Werk aufgeführt wird, die geistesgeschichtlichen Hintergründe und kompositionstechnischen Verfahren des „Quatuor pour la fin du temps“ erläutern, das eine Art Kompendium der überaus individuellen und klanglich reizvollen musikalischen Sprache des großen französischen Komponisten ist, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jährt.
Olivier Messiaen
Quatuor pour la fin du temps
für Violine, Klarinette, Violoncello und Klavier
TALEA ist in der Musik des 14. Jahrhunderts die Bezeichnung für eine abstrakte Tondauernreihe. Verwandte Denkmodelle wurden auch wieder von Komponisten seit Beginn des 20. Jahrhunderts angewandt. Die Musiker des Ensembles kommen aus dem Gewandhausorchester Leipzig und der Staatskapelle Halle bzw. Sind Professoren an der Musikhochschule Leipzig und der Universität in Halle. Das Repertoire des 1989 gegründeten TALEA-ENSEMBLEs umfasst Kammermusikwerke vom 19.Jahrhundert bis zur Gegenwart, wobei der Schwerpunkt der Arbeit auf Kompositionen aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts liegt. Fuür größere Projekte wird das Ensemble durch Musiker und Sänger aus Halle/Saale und Leipzig ergänzt.
Anja Starke (Klarinette)
Dorothea Vogel (Violine)
Uwe Stahlbaum (Violoncello)
Jens Marggraf (Klavier)
Anja Starke
begann ihre Studien an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Ihr großes Interesse für die Interpretation neuer Musik, das seinen Ausdruck in einer Reihe von Uraufführungen fand, veranlasste sie, nach dem Ende ihres Studiums in Leipzig ein Aufbaustudium bei Eduard Brunner in Saarbrücken zu absolvieren. Sie ist seit 1990 in der Staatskapelle Halle tätig und spielte im Leipziger „Ensemble Avantgarde“ und im „Kammerensemble Neue Musik Berlin“.
Dorothea Vogel
studierte Violine an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und Berlin bei Gustav Schmahl. 1991 wurde sie Mitglied des Gewandhausorchesters Leipzig. Ihr großes Interesse sowohl an Barockmusik als auch an Neuer Musik spiegelt sich in einer reichen Kammermusiktätigkeit wieder. Neben dem TALEA ENSEMBLE spielte sie noch im Leipziger „Ensemble Avantgarde“.
Uwe Stahlbaum
wurde 1954 geboren. Nachdem er die Spezialschule in Berlin besucht hatte, studierte er fünf Jahre am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium. Seit 1978 ist er Vorspieler der Cellogruppe im Gewandhausorchester Leipzig. Neben vielen kammermusikalischen Tätigkeiten, insbesondere der Erarbeitung eines umfangreichen Streichtriorepertoires, musizierte er viele Jahre im Neuen Bachischen Collegium zu Leipzig. Zudem übt er eine Lehrstelle an der Leipziger Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ aus.
Jens Marggraf
wurde 1964 geboren. Er studierte bis 1991 an der Leipziger Musikhochschule Komposition und Klavier und nahm 1992 eine Tätigkeit an der Martin-Luther-Universität in Halle auf. 1997 wurde er zum Professor für Musiktheorie und Gehörbildung an die Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden berufen. 1999 ging er als Professor für Musiktheorie an die Universität in Halle zurück.
Jens Marggraf komponierte bislang etwa 40 Werke unterschiedlicher Gattungen, die sowohl Kompositionen für Orchester als auch Kammermusik- und Vokalwerke umfassen. Sie wurden in mehreren europäischen Ländern und in den USA aufgeführt. Er erhielt mehrere Kompositionspreise, darunter einen des Deutschen Musikrates im Jahre 2001. Aufgrund seines starken Interesses an der Interpretation von Musik unterschiedlicher Zeiten wurde er 1989 eines der Gründungsmitglieder des Kammerensembles „Talea“. Er organisiert eine eigene Konzertreihe, die der Musik des späten 20. und des 21. Jahrhunderts gewidmet ist.