"Rumi und der Ozean der Liebe"
(In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Neue Musik Hamburg
und dem Deutschen Komponistenverband LV Norddeutschland)

Lüneburg, 17.10.2011, 19 Uhr

mit
Frauke Aulbert (Gesang/Live-Elektronik), Arnim Bublitz und Ulrich Busch-Orphal  (Klavier vierhändig)



 

Programm

Ulrich Busch-Orphal (*1955)
Ultramarin (1982)
für Klavier (Arnim Bublitz)

Ultramarin bedeutet für mich die Transposition des tiefen Meeresblausin Klänge, ebenso vom ungetrübten mittelmeerischen Licht der Ägäis.Ohne Licht keine Farbe, ohne Atmosphäre kein Klang. Der Titel meint kein Programm, sondern eine bestimmte Klangsubstanz, umschrieben durch eine Vokabel der visuellen Welt.

 

Alexander Schubert (*1979)
Your Fox's A Dirty Gold (2011)
für Solo-Performer mit Stimme, Bewegungssensoren, E-Gitarre und Live-Elektronik
Uraufführung

"Our you and I is a mot-valise - in packages - a statistic zero crossing.
Where your kisses on my eyes were a null function - we now malfunction, deprived of subordinate conjunction - dysfunction, circular reduction, you unbutton your presumption - combustion of high numbers - smitten with propulsion!
Short on the lip but wild in the face - your fox's a dirty gold."

Sleepy machines and apteral.

 

Ulrich Busch-Orphal
„Rumi-Suite“(2004-2010)
für Klavier zu vier Händen

I.            Largo – Allegro
II.           Lento
III.           Allegretto
IV.           Andante cantando
V.            Molto calmo (DE)
VI.           Andante vivace (DE)

DE Deutsche Erstaufführung

Eine erweiterte, gleichsam orchestrale und opulentere Klangwelt entwickelt sich in meiner vierhändigen „Rumi-Suite“. Angeregt von der wunderbaren und zuweilen extatischen Lyrik des mittelalterlichen persischen Mystikers Dschellaledin Rumi versuche ich eine subjektive Synthese morgen- und abendländischer Musik
zu erzeugen.
            

 

 

Biografien

Die Sängerin Frauke Aulbert mit dem außergewöhnlichen Stimmumfang von knapp vier Oktaven studierte an der Universität Kiel, am Conservatorio Superior de Musica in Santa Cruz de Tenerife und diplomierte 2009 an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Bis 2005 war sie Mitglied des Opernchorensembles der teneriffenischen Oper. Sie besuchte Meisterkurse u.a. bei den Vocal-Performern Lauren Newton, Sainkho Namchylak, David Moss und Michael Vetter.
Improvisation und (Ur-)Aufführung oft eigens für sie komponierter Musik führen Frauke Aulbert auf zahlreiche Festivals u.a. in Heidelberg, Hamburg, Berlin, Rotterdam, Avignon, und Paris.
Für die Interpretation der INDIANERLIEDER wird ihr 2009 von der Stockhausen-Stiftung der erste Preis verliehen.
Frauke Aulbert erhält eine Residenz vom Goethe-Intitut über einen einmonatigen Rom-Aufenthalt und ist außerdem Stipendiatin der Cité-des-Arts Künstlerförderung, in dessen Rahmen sie 2012 ein halbes Jahr in Paris verbringen wird.
Die Stimmkünstlerin spezialisiert sich auf Neue Musik und kombiniert Bewegungs- und Vokal- Performance. Neben der klassischen Ausbildung liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf so genannten ‚erweiterten’ Gesangstechniken wie Ober- und Untertongesang, Mulitphonics u.v.m., um die klanglichen Möglichkeiten ihrer Stimme auszuloten und Grenzbereiche zu überschreiten. Ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema ‚Obertongesang in zeitgenössischer Musik’.  www.stimmkuenstlerin.de

 

Arnim Bublitz wurde in Goslar geboren. Bei diversen Wettbewerben erhielt er Auszeichnungen. 1975 wurde er Schüler von Professor  Karl-Heinz Kämmerling. Nach dem Abitur studierte er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Hamburg in der Klassevon Professor Evgenij Koroliov.
Seitdem arbeitet er als freischaffender Pianist und Klavierpädagoge.Auftritte in verschiedenen deutschen Städten. Rundfunkproduktionen zahlreicher Klavierwerke von Ulrich Busch-Orphal. Intensive persönliche Zusammenarbeit mit György Ligeti und Alfred Schnittke, dessen dritte Klaviersonate Arnim Bublitz 1996
in Hamburg zur Erstaufführung brachte.
Im Jahr 2000 Konzert in Israel mit der ersten Klaviersonate von Alfred Schnittke sowie mit der zweiten Klaviersonate von Ulrich Busch-Orphal. Ein Gedenkkonzert in Österreich für Prof. Diether de la Motte, veranstaltet von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, im Franz-Liszt-Saal im März  2011,
mit Werken von F. Liszt, T. Takemitsu und der Rumi-Suite  für Klavier zu vier Händen von U. Busch-Orphal.

 

Ulrich Busch-Orphal wurde 1955 in Hildesheim geboren.
Autodidaktisches Komponieren und Improvisieren ab dem Alter von 15 Jahren. Nach dem Abitur Studium im Fach Klavier, danach im Fach Komposition und Musiktheorie in Hamburg bei Professor Diether de la Motte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Seit 1982 lebt Ulrich Busch-Orphal alsfreischaffender Komponist in Hamburg.
Sein Schaffen umfaßt zahlreiche Werke für Klavier solo und Kammermusik mit Klavier, Werke für Symphonieorchester, ein Konzert für Violoncello und Orchester, die 1. Klaviersonate (1986), das Streichquartett Nr. 1 (1988), „Quattrosogno“ für Klarinette, Violine, Viola und Violoncello (1990), die 2. Klaviersonate (1996-97), Preludes für Klavier (1998-2000), „Hymnus für J.S.Bach“ (2000) sowie die „Rumi-Suite“ für Klavier
zu vier Händen (2004-2010), die von der extatischen  Lyrik despersischen Mystikers Dschellaleddin Rumi (1207-1273) inspiriert wurde.Die „Rumi-Suite“ hat er zusammen mit Arnim Bublitz bereits
mehrfach aufgeführt: In Kampen auf Sylt, in Hamburg, Wolfenbüttel (2009)  und im Gedenkkonzert für seinen Lehrer Prof. Diether de la Motte in Wien (2011).

 

Alexander Schubert, geb. 1979 in Bremen, studierte in Leipzig Informatik und Biologie mit den Schwerpunkten Neuroinformatik und Kognitionswissenschaften. Parallel dazu war er als Musiker und Komponist in verschiedenen Kontexten tätig. Nachdem er ein Jahr am Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe am Institut für Musik und Akustik arbeitete, studiert er seit 2007 Multimediale Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Neben seiner Tätigkeit als Komponist und Solo-Instrumentalist spielt er in folgenden Ensembles: „Schubert-Kettlitz-Schwerdt“ für ausschließlich auf Geräuschen basierende Improvisation, das vollständig elektronische Trio „Trnn“, welches im Spannungsfeld zwischen dichten Lärmteppichen und akzentuierten Klangfarben- und Dynamikbrüchen arbeitet. Die Formation „Ember – Improvisationsquartett" (Oliver Schwerdt Klavier,Urs Leimgruber Saxophon, Christian Lillinger Schlagzeug, Alexander Schubert ElektronikTrnn, ein Noise-Trio, bewegt sich in einem zumeist reduzierten, polyrhythmischen Raum zwischen Free Jazz und zeitgenössischer Kammermusik. Mit "Sinebag" verfolgt er ein experimentelles, popmusikalisches Soloprojekt.
Schubert hat zu verschiedenen szenischen Projekten als Musiker, Komponist und Programmierer beigetragen (z.B. für das von den Wiener Festspielwochen in Auftrag gegebene Theaterstück „151 Meter über dem Meer“). Alexander Schubert kuratiert das Musikfestival für Zeitgenössische Elektronische Musik in Leipzig und betreibt den Ahornfelder-Verlag für experimentelle Audio- und Buchveröffentlichungen.
Seine Stücke wurden unter anderem aufgeführt bei: ICMC Montreal, SSSP Leicester, Klangwertage Hamburg, ZKM Karlsruhe, SMC Porto, Ahornfelder Festival Leipzig, Bipolar Festival, Blurred Edges Hamburg, Disparate Bodies Festival Hamburg/Graz/Belfast, Komponistenforum Mittersill, Maribor Slovenia, Hilltown Festival Irland.
2009 erhielt er den Bourges Residency Prize und Nachtschatten wurde bei dem Wettbewerb "Jeu de temps" der Canadian Electroacoustic Community prämiert.