
„Neue Musik im Museum“
Klaus Ager DUINO II (2001)
Version für Bassflöte und Großbassflöte in G
– Uraufführung –
Eugen-Mihai Márton DIE TAUBE DES FERNEN PINENHAINES
(Psalm 56, 1985)
für Bassflöte solo
Werner Heider JOLOSKARANDE (2005)
für Flöte in G
Dubravko Detoni MONOS IV (1974)
Version für Großbassflöte in G und Live-Elektronik
Renate M. Birnstein „WIE EIN KONDUKT“ (1985)
für Großbassflöte in G solo
Michael Sell SUPERFORMEL (1991)
Version für Flöte in G und Bassflöte
Helmut Bieler KLANGWANDLUNGEN (1995)
für Großbassflöte in G und Tonband
+++
Helmut W. Erdmann TRANSFIGURATION VIII (1994)
21 Stationen für einen Flötisten
und Live-Elektronik
Introduktion,
Allegro ma non troppo,
Largo,
Allegro con spirito,
Moderato,
Scherzando,
Allegro moderato,
Allegro confuoco,
Andante,
Presto,
Rezitativ,
Allegroassai,
Prestissimo,
Larghetto,
Allegro furioso,
Scherzo,
Andantino,
Vivace,
Adagio,
Allegro ma non tanto,
Epilog
Helmut W. Erdmann Flöte (+ Piccoloflöte, Flöte in G, Bassflöte, Großbassflöte in G) und Live-Elektronik
Klaus Ager (* 10. Mai 1946 in Salzburg) ist ein österreichischer Komponist und Dirigent.
Klaus Ager studierte am Mozarteum in Salzburg. Von 1975 bis 1986 leitete er das Österreichische Ensemble für Neue Musik. 1977 gründete er das Musikfestival Aspekte Salzburg, welches im Jahr 2006 den 30. Geburtstag feierte. Von 1995 bis 2000 war er Rektor der Hochschule Mozarteum in der Stadt Salzburg. Ab 2000 widmet sich Klaus Ager vor allem der Tätigkeit als Gastkomponist in Süd- und Nordamerika und setzt sich europaweit für eine Besserstellung der Komponisten/Komponistinnen ein. Im Jahr 2003 konnte er durch seinen Einsatz betreffend Subventionen und innovativer Artikel erreichen, dass die Arovell-Musikzeitschrift auf ein Farbmedium mit einer Auflage von 700 Stück pro Quartal erweitert wurde. Seit April 2004 ist er Präsident des Österreichischen Komponistenbundes, in dieser Funktion initiierte er u.a. den Kongress "Komponieren im Europa des 21. Jahrhunderts", der vom 2. bis 5. Februar 2006 im Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins stattfand und als dessen wichtigstes Ergebnis ein Netzwerk aller europäischen Komponistenverbände initiert wurde. Seit 2006 ist er Präsident des ECF (European Composer´s Forum).
Eugen-Mihai Márton
Geboren 1946 in Klausenburg/Rumänien. 1965-71 Student im Fach Komposition bei Anatol Vieru an der Hochschule für Musik in Bukarest. 1978-80 Stipendiat des DAAD bei György Ligeti an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg. 1984-85 Stipendiat der „Heinrich-Strobel-Stiftung“ des SWF. 1988 Stipendiat des Landes Niedersachsen auf dem Künstlerhof Schreyahn.
Aufführungen bei internationalen Festivals Neuer Musik (Donaueschingen, Kasseler Musiktage, Amsterdam, Tel Aviv, Lüneburg, Antwerpen, Turin, Mönchengladbach, Ancone, Paris usw.), Rundfunksendungen im In- und Ausland, Komponistenprotraits sowie Komponistenpreise.
Seit 1978 lebt er als freischaffender Komponist in der BRD.
„Die Taube des fernen Pinienhaines“ – Inspiriert zu diesem Bassflötenstück wurde ich durch den Psalm 56. In ihm ist die Rede von der stummen Taube unter Fremden – ein Bild für das von den Philistern bedrohte Volk Israel. Wichtig für mich ist nicht nur das Bild der stummen Taube, sondern auch ihre Existenz im „fernen Pinienhain“. Beschreibt es doch genau meine eigene Befindlichkeit, eine Art von Heimatlosigkeit , die mich zeit meines Lebens begleitet hat.
Diese Identitätsproblem gab es für mich aufgrund meiner Herkunft als halbjüdischer Ungar in Rumänien. Für die Rumänen war ich Ungar, für die Ungarn Jude und für die Juden Rumäne. So spüre ich heute, dass Israel zwar ein Teil, aber eben nur ein Teil, aber nur ein Teil meiner Heimat ist. Auf der Suche nach meinem eigenen Weg wurden für mich meine vielfältigen „Wurzeln“ wichtiger und fremder zugleich.
Diese Komposition wurde ausgezeichnet auf dem „internationalen Wettbewerb für Komposition Premio Ancona 1986“ mit dem 1. Preis, vorgetragen von H.W. Erdmann und erhielt den „1. Preis“ beim I.C.O.M.S. – International Center of New Musical Sources – Wettbewerb Turin 1986.
Werner Heider
Geboren 1930 in Fürth, 1945-51 Studien in Komposition, Dirigieren, Klavier, Violine in Nürnberg und München. Ab 1949 am Rundfunk und als freischaffender Komponist, Pianist und Dirigent tätig. Künstlerischer Leiter des "ars nova ensemble nürnberg". Als Komponist in der modernen "ernsten" Musik und im Jazz gleichermassen zu Hause, versucht Werner Heider in vielen Werken eine Annäherung zwischen diesen beiden Stilen, wobei das Motorische und Polyphone seiner Schreibweise beiden Elementen, dem "jazzigen" und dem konzertanten, sehr entgegenkommt. Lebt in Erlangen.
Dubravko Detoni
(born 1937 in Križevci, Croatia) is a composer, pianist and writer. Although active since the early 1970's he is almost unknown internationally.
He was educated in Zagreb, Sienna, Warsaw and Darmstadt, and studied with John Cage in Paris. He has written more than a hundred musical pieces, theatrical spectacles, multimedia and performance pieces, books of poetry, essays, commentaries, and radio and TV programs.
As the founder and leader of the ensemble, ACEZANTEZ, he has performed around Europe, Asia and America.
In 2000, the Paradigm Discs record label released Dubravko Detoni a CD of pieces from 3 LPs that appeared on Jugoton (today's Croatia Records in the mid 70s.
Monos IV - Die Komposition – hier in der Version für Großbassflöte in G und Live-Elektronik – beschreibt die Entwicklung von äußerster Ruhe bis hin zu extrem-gestalteter Verdichtung in intensivster Dynamiksteigerung.
Renate M. Birnstein (* 17.11.1946 in Hamburg, Deutschland.)
Komponistin und Hochschullehrerin für Komposition und Musiktheorie.
Renate Birnstein, geb. 1946 in Hamburg, erhielt ab ihrem siebten Lebensjahr Instrumentalunterricht (Violine, Bratsche und Klavier) und studierte bei Diether de la Motte und György Ligeti an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Komposition und Musiktheorie. Seit 1988 ist sie dort selbst als Professorin tätig. Sie begann schon früh zu komponieren und erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. Ihre Werke werden in Konzerten, in Hochschulen und im Rundfunk aufgeführt und umfassen Orchester-, Chor- und Kammermusik.
Ihr Werk ist ganz den Idealen der Neuen Musik verpflichtet. Sie bevorzugt kleine Formen, in denen das musikalische Material freitonal nach einem strengen Konzept bearbeitet wird. Neben zahlreichen Kammermusikwerken für verschiedene Ensembles hat sie ein Chorwerk und Orchesterstücke geschrieben. Ihre Lehrtätigkeit versteht sie als eine sinnvolle und anregende Ergänzung zur eher einsamen Schreibtischarbeit des Komponierens.
Michael Sell (* 20. August 1942 in Königstein im Taunus) ist ein deutscher Jazztrompeter und Komponist.
Sell studierte Politikwissenschaft und Chemie. Gemeinsam mit dem Saxophonisten Dieter Scherf, dem Gitarristen Wolfgang König und dem Schlagzeuger Wolfgang Schlick spielte er zwischen 1969 und 1972 in der Free Jazz Group Wiesbaden. 1973 gründete er mit Jacek Bednarek (Bass) und Thomas Cremer (Schlagzeug) ein eigenes Trio, das freien Jazz spielte, aber auch mit der Barrelhouse Jazzband und Heinz Sauer an einer frühen Synthese von Hot Jazz und freier Musik mitwirkte und 1974 mit weiteren Trompetern wie Manfred Schoof, Frédéric Rabold und Herbert Joos zum Trumpet Workshop erweitert wurde. 1976 legte er mit Joos, Bernd Konrad, Heiner Wiberny und Adelhard Roidinger das Album „Burning Flowers“ vor. Das Resultat einer Tournee durch das damalige Jugoslawien hielt er in seinem Werk „Jugoslawische Quartette“ fest. Seit Ende der 1970er verfasst er Kompositionen im Grenzbereich zwischen freiem Jazz und Neuer Musik. Diese Werke führte er u.a. mit Bernd Konrad, Theo Jörgensmann, Willem van Manen, Michael Riessler, Friedemann Graef, Manfred Niehaus, Malte Burba, Hannes Zerbe, Buschi Niebergall und Albrecht Riermeier auf. 1988 entstanden die auf den Donaueschinger Musiktagen aufgeführten „Sechs Fürsprüche“ für Soli, Chor und Orchester. Während der 1980er Jahre arbeitete er auch als freier Mitarbeiter beim WDR-Hörfunk. Seit 1992 tritt Sell nur noch als Komponist und Dirigent, aber nicht mehr als Instrumentalist in Erscheinung. Er hat auch Georg Philipp Telemanns Suite B-dur „La Bourse“ zeitgenössisch bearbeitet.
Das Werk Sells ist auf 22 Schallplatten bzw. CDs veröffentlicht.
Helmut Bieler (* 1940 in Gersfeld (Rhön)) ist ein deutscher Komponist, Pianist und Musikpädagoge.
Helmut Bieler wuchs in Hofgeismar auf. Nach dem Abitur in Bayreuth studierte er an der Musikhochschule München Komposition (bei Franz Xaver Lehner [1904–1986] und Fritz Schieri [*1922]), Klavier (bei Friedrich Wührer und Aldo Schön) und Schulmusik. 1967–79 unterrichtete er am Musischen Gymnasium in Bayreuth, danach als Fachvertreter für Musikpädagogik an der Universität Bayreuth. 1980 gründete er das Ensemble Musica Viva Bayreuth, 1988 die Konzertreihe Zeit für Neue Musik in Bayreuth.
1980 Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg
1992 Kulturpreis der Stadt Bayreuth
2008 Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
Helmut W. Erdmann
1947 in Emden geboren. Studium in Braunschweig (Orchesterdiplom) und Hamburg (Flöte bei K. Zöller, Komposition bei D. de la Motte, Elektronische Musik bei W. Krützfeldt). 1971 Musiklehrerprüfung. Seit 1971 Lehrtätigkeit an der Musikschule Lüneburg (Flöte, Leiter des Ensembles Neue Musik Lüneburg); seit 1974 Lehrbeauftragter an der Leuphana Universität Lüneburg, seit 1985 an der Universität Göttingen. Seit 1992 Professor für Komposition/Live-Elektronik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seit 1976 Dozent, Referent und Kursleiter auf überregionalen und internationalen Tagungen und Kongressen. Seit 1971 rege solistische Tätigkeit, vor allem mit dem 1971 gegründeten Varius-Ensemble (Hamburg) Seit 1980 außerdem Mitglied des Ensemble Musica Viva (Bayreuth) und seit 1991 Mitglied des Michael Sell Ensembles (Frankfurt). Anreger neuer Kompositionen für Flöte solo und Kammermusik mit Flöte. Seit 1975 Künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe Neue Musik in Lüneburg, seit 1977 außerdem Leiter des Fortbildungszentrums für Neue Musik Lüneburg. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo (Rom), der Cite Internationale des Arts (Paris), der Stanford University California, (USA), 1980 Niedersächsisches Nachwuchsstipendium, 1983 Verleihung des Bach-Preis-Stipendiums der Stadt Hamburg; 1985 Stipendiat der Casa Baldi (Olevano/Rom) und der Cite Internationale des Arts (Paris) - zweiter Paris-Aufenthalt, 1988 und 1989 Gast im Atelierhaus Worpswede; 1990 Niedersächsisches Künstlerstipendium und 1991 Kulturpreis des Landkreises Lüneburg; 1996/97 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen. Seit 1998 Präsident der Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer Musik (ECPNM). Seit 2006 Präsidiumsmitglied des ECF (European Composer´s Forum). Seit 2007 Vorstandsmitglied des Deutschen Komponistenverbandes sowie der ECSA (European Composers and Songwriters Alliance). Seit 2008 Mitglied im Fachausschuss Europa/Internationales des Deutschen Kulturrates sowie der „Platform of Cultural and Creative Industries der EU-Commission for Education and Culture“ in Brüssel.
Die kompositorischen Arbeiten (ca. 200 Werke) umfassen alle Gattungen, einschließlich elektronischer und live-elektronischer Werke, Konzerte und Rundfunkproduktionen mit eigenen Werken in der Bundesrepublik Deutschland, in Europa, Japan und in den USA.
"In meinen Kompositionen bin ich bestrebt, zu einer Synthese heute möglicher Stilmittel zu gelangen. Hierzu gehört neben Einbeziehung improvisatorischer Gestaltungsmöglich-keiten bei einigen Werken, von Beginn meiner kompositorischen Arbeit an die Ausein-andersetzung mit elektronischer Musik und live-elektronischer Klangverarbeitung und den differenzierten Fähigkeiten der Computermusik Von großer Bedeutung sind für mich dabei die verschiedenen Mischformen - vom "reinen" Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis zum völlig elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen der Verfremdung, Klangerweiterung, dem Feedback instrumentaler und apparativer Technik im kreativen Entfaltungsprozess. Parallel dazu hat mich die Einbeziehung melodischer und rhythmischer Elemente interessiert, um wieder zu "lust-vollem" Musizieren zu gelangen. Neben diversen Kompositionen für professionelle Formationen hat mich in den zurückliegenden 20 Jahren immer wieder die Aufgabe gereizt, Stücke für den Laienbereich zu konzipieren. Vor allem in der Kammermusik sind eine Reihe von Stücken entstanden, zu denen mich jugendliche Spieler als Teilnehmer der Wettbewerbe "Jugend musiziert" angeregt haben. Für mich als Komponist stellt sich dabei auch eine wichtige pädagogische Aufgabe: jugendliche Spieler an die Auseinander-setzung mit Neuer Musik heranzuführen, ihr Interesse zu wecken und zur kontinuier-lichen Beschäftigung mit Neuem, Ungewohntem zu ermuntern."