1947
in Emden geboren. Studium in Braunschweig (Orchesterdiplom) und Hamburg (Flöte
bei K. Zöller, Komposition bei D. de la Motte, Elektronische Musik bei
W. Krützfeldt). 1971 Musiklehrerprüfung. Seit 1971 Lehrtätigkeit
an der Musikschule Lüneburg (Flöte, Leiter des Ensembles Neue Musik
Lüneburg); seit 1974 Lehrbeauftragter an der Universität Lüneburg,
seit 1985 an der Universität Göttingen. Seit 1992 Professor für
Komposition/Live-Elektronik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Seit 1976 Dozent, Referent und Kursleiter auf überregionalen und internationalen
Tagungen und Kongressen. Seit 1971 rege solistische Tätigkeit, vor allem
mit dem 1971 gegründeten Varius-Ensemble (Hamburg) Seit 1980 außerdem
Mitglied des Ensemble Musica Viva (Bayreuth) und seit 1991 Mitglied des Michael
Sell Ensembles (Frankfurt). Anreger neuer Kompositionen für Flöte
solo und Kammermusik mit Flöte. Seit 1975 Künstlerischer Leiter der
Veranstaltungsreihe Neue Musik in Lüneburg, seit 1977 außerdem Leiter
des Fortbildungszentrums für Neue Musik Lüneburg. Zahlreiche Auszeichnungen,
u. a. Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo (Rom), der Cite Internationale
des Arts (Paris), der Stanford University California, (USA), 1980 Niedersächsisches
Nachwuchsstipendium, 1983 Verleihung des Bach-Preis-Stipendiums der Stadt Hamburg;
1985 Stipendiat der Casa Baldi (Olevano/Rom) und der Cite Internationale des
Arts (Paris) - zweiter Paris-Aufenthalt, 1988 und 1989 Gast im Atelierhaus Worpswede;
1990 Niedersächsisches Künstlerstipendium und 1991 Kulturpreis des
Landkreises Lüneburg; 1996/97 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen.
Seit 1998 Präsident der Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer
Musik. Die kompositorischen Arbeiten (ca. 150 Werke) umfassen alle Gattungen,
einschließlich elektronischer und live-elektronischer Werke, Konzerte
und Rundfunkproduktionen mit eigenen Werken in der Bundesrepublik Deutschland,
in Europa, Japan und in den USA.
Helmut W. Erdmann "ln meinen Kompositionen bin ich bestrebt, zu einer Synthese heute möglicher Stilmittel zu gelangen. Hierzu gehört neben Einbeziehung improvisatorischer Gestaltungsmöglichkeiten bei einigen Werken, von Beginn meiner kompositorischen Arbeit an die Auseinandersetzung mit elektronischer Musik und live-elektronischer Klangverarbeitung und den differenzierten Fähigkeiten der Computermusik Von großer Bedeutung sind für mich dabei die verschiedenen Mischformen - vom "reinen" Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis zum völlig elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen der Verfremdung, Klangerweitenung, dem Feedback instrumentaler und apparativer Technik im kreativen Entfaltungsprozeß. Parallel dazu hat mich die Einbeziehung melodischer und rythmischer Elemente interessiert, um wieder zu "lustvollem" Musizieren zu gelangen. Neben diversen Kompositionen für professionelle Formationen hat mich in den zurückliegenden 20 Jahren immer wieder die Aufgabe gereizt, Stücke für den Laienbereich zu konzipieren. Vor allem in der Kammermusik sind eine Reihe von Stücken entstanden, zu denen mich jugendliche Spieler als Teilnehmer der Wettbewerbe "Jugend musiziert" angeregt haben. Für mich als Komponist stellt sich dabei auch eine wichtige pädagogische Aufgabe: jugendliche Spieler an die Auseinandersetzung mit Neuer Musik heranzuführen, ihr Interesse zu wecken und zur kontinuierlichen Beschäftigung mit Neuem, Ungewohntem zu ermuntern."