Helmut W. Erdmann -
Zeitgenössische Musik für Flöten
& Live-Elektronik
| Helmut W. Erdmann | Andantino (1982) für Bassflöte solo |
| Michael Sell | Super A WIX he (1999) für Flöte |
| László Dubrovay | Solo Nr. 6 (1985) Großbassflöte solo |
| Helmut W. Erdmann | Transfiguration VIII (1994) I Introduktion - Allegro ma non troppo - Largo - Allegro spirito - Moderato II Scherzando - Allegro moderato - Allegro con fuoco Andante - Presto III Rezitativ - Allegro asssai - Prestissimo - Larghetto - Allegro furioso IV Scherzo - Andantino - Vivace - Adagio - Allegro ma non tanto V Epilog |
Helmut W. Erdmann: Flöte (+ Piccoloflöte, Flöte in G, Baßflöte, Großbaßflöte in G) und Live-Elektronik
(1942) geboren in Königstein (Ts), studierte Politologie und Naturwissenschaften,
wird Trompeter (Schallplatten, Rundfunk- und Fernsehproduktionen). Ab 1978 verlagert
sich der Schwerpunkt auf kompositorische Arbeiten. „Jugoslawische Quartette“,
„Der Heilig`n Landmusik“ sind die Werke dieser Jahre. 1988 entstanden die auch
in Donaueschingen aufgeführten „Sechs Fürsprüche“ für Soli, Chor und Orchester
für das Ensemble „Deutsch-Französische Freundschaft“. Im Auftrag der Alten Oper
Frankfurt für die Frankfurt Feste 1989 entstand das Oratorium „Hiroshima mon
Amour“ für Soli, Sprecher und Orchester nach M. Duras. 1990 schlossen sich für
die WDR - Nachtmusik in Köln die „Prometheus-Konzert-Szenen“ für Soli und Orchester
an. „Und wüßten`s die Nachtigallen...“ heißt die Klangszene, die der Umlandverband
Frankfurt 1991 bestellte und im selben Jahr im Zoo-Gesellschaftshaus uraufführen
ließ. Ebenfalls 1991 entstanden, vom WDR Köln beauftragt, „Iterationen - Paradies
der Narren“ und „Klanggold“, Uraufführungen im kleinen Sendesaal des WDR im
Februar 1992, im August desselben Jahres wurden diese Werke neben anderen in
der Black Box des „Gasteig“ en suite in München aufgeführt. In den Jahren 1991
bis 1994 entstehen „Concerto Piccolo Orchesterfassung“, „Tod und Wiedergeburt
für Orchester“ und „ORCH MKMBW“ für Orchester, die neben anderen Werken unter
dem Konzert - Titel „Raum-Musik“ 1994 in der Alten Oper Frankfurt in Verbindung
mit dem WDR und dem HR uraufgeführt wurden, wobei Voraufführungen einzelner
Teile dieser „Raum-Musik“ 1993 im Schauspielhaus Berlin und der Musikhochschule
Frankfurt am Main, sowie für DS-Kultur Berlin erarbeitet wurden.
Konzertante Interpretation von »La Bourse« des G. Ph.Telemann aus dem Jahre
1720 vom Liebfrauenberg in Frankfurt am Main der Welt überlassen“ entstand -
beauftragt von der „Projektgruppe Kultur im Ghetto“ - 1994, und 1995 entsteht
das 63.00 minütige „Super-Konvolut für Flöte(n)“, das am 4. Dezember 1995 in
der St. Katharinenkirche in Frankfurt am Main uraufgeführt wurde. „Großer Attraktor“
für Sopran-Vokalisen und Orchester und „Superformel für Pauker“ entstehen 1995/96
bzw. 1994, Uraufführung am 28.9.1996 in der Loschwitzer Kirche, Dresden. In
der Reihe „das neue werk“ des NDR Hamburg im Studio 10 konnte am 13.3.97 das
„Conc. Piccolo“ in der Barockorchesterfassung uraufgeführt werden mit der Hannoverschen
Hofkapelle und dem Hölderlin Trio. In derselben Konzert-Produktion wurden erstmals
das Telemann'sche Original der Suite B-dur »La Bourse« und die Sell'sche „Konzertante
Interpretation von »La Bourse« des Georg Phillip Telemann aus dem Jahre 1720
vom Liebfrauenberg in Frankfurt am Main der Welt überlassen“ in den Interpretationen
der Hannoverschen Hofkapelle und des Hölderlin Trios gemeinsam aufgeführt.
Die Orchesterfassung des „Super-Konvolut“ entstand 1998 und wurde am 8.9.1998
in Verbindung mit dem HR in der St. Katharinenkirche in Frankfurt am Main uraufgeführt.
Anläßlich der III. Dresdner (Ur)-Aufführungen wurden die Orchesterfassungen
der „Superformeln“ für Viola, Schlagzeug, „Super Paradise“ für Trompete und
„Sonata picc. puttanesca“ in der Loschwitzer Kirche am 11.9.1998 erstmals aufgeführt.
In Verbindung mit u.a. dem Hessischen Rundfunk wurde am 4.12.1999 in Frankfurt
(M) im neuen Gallus-Theater „CES“ für großes Orchester uraufgeführt. Eine weitere
Uraufführung zum Milleniumswechsel fand im Societaetstheater in Dresden vom
6. bis 8. Jan. 2000 statt: „Flutissimo 2000“. Das „Mea T - Projekt“ in Verbindung
mit dem Hessischen Rundfunk wurde im September 2001 im Frankfurter Gallus Theater
uraufgeführt. Das Programm „Großer Attraktor/La Bourse“ folgte im Oktober 2001
im Societaetstheater in Dresden.
Eine Ausstellung der grafischen Großpartituren zu „Flutissimo 2002“ - Hören
und Sehen - mit Transfiguration VIII und Super- Konvolut, H. W. Erdmann Flöte(n),
war im Jan. 2002 in der Galerie Monika Reitz in Frankfurt (M) zu sehen und zu
hören. Neben den Konzerten sind 22 Schallplatten bzw. CDs sowie Rundfunk- und
Fernsehaufnahmen im In- und Ausland produziert worden. Soeben ist die CD 524
„La Bourse...“ erschienen. Weitere wichtige Auf- und Uraufführungen fanden u.a.
statt in Köln: Kleiner Sendesaal des WDR, Comedia Colonia; München: Gasteig,
Black Box; Berlin: Schauspielhaus, Humboldt-Universität, Festwochen; Paris:
Septième Biennale de Paris; Graz: Steierischer Herbst; Donaueschingen: Donaueschinger
Musiktage; Zürich: TU; Frankfurt (M): Alte Oper, Katharinenkirche; Dresden:
Kulturpalast, Loschwitzer Kirche, Societaetstheater; Ludwigsburg: Schloßfestspiele;
Leipzig: Alte Handelsbörse, Kongreßhalle. Michael Sell lebt freischaffend in
Frankfurt am Main.
Laszlo Dubrovay Born in Budapest on 23 March 1943, Laszlo Dubrovay attended
the Bela Bartok Conservatory and the Academy of Music, graduating in 1966. His
professors of composition were Istvan Szelenyi, Ferenc Szabo and Imre Vincze.
On a scholarship of the Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD),he continued
his studies in West Germany between 1972 and 1974; he took courses in composition
with Karlheinz Stockhausen and in electronic music with Hans-Ulrich Rumpert.
In 1975, Dubrovay was commissioned by Westdeutscher Rundfunk, Cologne, to realise
the electronic composition Sogaj (Sigh) in the electronic studios of WDR. Since
1976, he has taught music theory at the Budapest Academy of Music. 1985, he
spent a year in West Berlin within the framework of the Berliner Künstlerprogramm.
Laszlo Dubrovay has realised electronic and computer music in the electronic
studios of WDR, the West Berlin University of Technology, in Freiburg, Stockholm,
Bourges and Budapest. Prizes: 1973 Szczecin - 1st prize (Delivrance for Organ)
1974, Triest - 2nd prize (Succession for orchestra), 1985 Budapest - Erkel prize.
Since 1976 he is professor at the Academy of Music Budapest. In 1965 "Artist
in Berlin".
Solo Nr. 6 Die Komposition lotet die Möglichkeiten der Klanggestaltung mit der
Großbassflöte in G facettenreich aus. Geräusche und Töne mit wechselseitigen
Übergängen, Obertonakkorde, duale Zweistimmigkeit gleichzeitigen Spielens und
Singens ergeben einen spannungsvollen Ablauf im klassischen Aufbau Exposition
- Durchführung - Reprise - Coda.
1947 in Emden geboren. Studium in Braunschweig (Orchesterdiplom) und Hamburg (Flöte bei K. Zöller, Komposition bei D. de la Motte, Elektronische Musik bei W. Krützfeldt). 1971 Musiklehrerprüfung. Seit 1971 Lehrtätigkeit an der Musikschule Lüneburg (Flöte, Leiter des Ensembles Neue Musik Lüneburg); seit 1974 Lehrbeauftragter an der Universität Lüneburg, seit 1985 an der Universität Göttingen. Seit 1992 Professor für Komposition/Live-Elektronik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seit 1976 Dozent, Referent und Kursleiter auf überregionalen und internationalen Tagungen und Kongressen. Seit 1971 rege solistische Tätigkeit, vor allem mit dem 1971 gegründeten Varius-Ensemble (Hamburg) Seit 1980 außerdem Mitglied des Ensemble Musica Viva (Bayreuth) und seit 1991 Mitglied des Michael Sell Ensembles (Frankfurt). Anreger neuer Kompositionen für Flöte solo und Kammermusik mit Flöte. Seit 1975 Künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe Neue Musik in Lüneburg, seit 1977 außerdem Leiter des Fortbildungs-zentrums für Neue Musik Lüneburg. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo (Rom), der Cite Internationale des Arts (Paris), der Stanford University California, (USA), 1980 Niedersächsisches Nachwuchsstipendium, 1983 Verleihung des Bach-Preis-Stipendiums der Stadt Hamburg; 1985 Stipendiat der Casa Baldi (Olevano/Rom) und der Cite Inter-nationale des Arts (Paris) - zweiter Paris-Aufenthalt, 1988 und 1989 Gast im Atelierhaus Worpswede; 1990 Niedersächsisches Künstlerstipendium und 1991 Kulturpreis des Landkreises Lüneburg; 1996/97 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen. Seit 1998 Präsident der Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer Musik. Die kompositorischen Arbeiten (ca. 150 Werke) umfassen alle Gattungen, einschließlich elektronischer und live-elektronischer Werke, Konzerte und Rundfunkproduktionen mit eigenen Werken in der Bundesrepublik Deutschland, in Europa, Japan und in den USA.
"In meinen Kompositionen bin ich bestrebt, zu einer Synthese heute möglicher Stilmittel zu gelangen. Hierzu gehört neben Einbeziehung improvisatorischer Gestaltungsmöglichkeiten bei einigen Werken, von Beginn meiner kompositorischen Arbeit an die Auseinandersetzung mit elektronischer Musik und live-elektronischer Klangverarbeitung und den differenzierten Fähigkeiten der Computermusik Von großer Bedeutung sind für mich dabei die verschiedenen Mischformen - vom "reinen" Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis zum völlig elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen der Verfremdung, Klangerweiterung, dem Feedback instrumentaler und apparativer Technik im kreativen Entfaltungsprozess. Parallel dazu hat mich die Einbeziehung melodischer und rhythmischer Elemente interessiert, um wieder zu "lustvollem" Musizieren zu gelangen. Neben diversen Kompositionen für professionelle Formationen hat mich in den zurückliegenden 20 Jahren immer wieder die Aufgabe gereizt, Stücke für den Laienbereich zu konzipieren. Vor allem in der Kammermusik sind eine Reihe von Stücken entstanden, zu denen mich jugendliche Spieler als Teilnehmer der Wettbewerbe "Jugend musiziert" angeregt haben. Für mich als Komponist stellt sich dabei auch eine wichtige pädagogische Aufgabe: jugendliche Spieler an die Auseinandersetzung mit Neuer Musik heranzuführen, ihr Interesse zu wecken und zur kontinuierlichen Beschäftigung mit Neuem, Ungewohntem zu ermuntern."
Transfiguration VIII (1994) Die Komposition entfaltet sich vom "reinen" Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis zum völlig elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen der Verfremdung, Klangerweiterung, dem Feedback instrumentaler und apparativer Technik im kreativen Prozess.