Helmut W. Erdmann -
Zeitgenössische Musik für Flöten
& Live-Elektronik

Montag, 17. Mai 2004, 19 Uhr Glockenhaus:
Programm


 

Helmut W. Erdmann Andantino (1982)
für Bassflöte solo
Michael Sell Super A WIX he (1999)
für Flöte
László Dubrovay Solo Nr. 6 (1985)
Großbassflöte solo
Helmut W. Erdmann Transfiguration VIII (1994)
I Introduktion - Allegro ma non troppo - Largo - Allegro spirito - Moderato
II Scherzando - Allegro moderato - Allegro con fuoco Andante - Presto
III Rezitativ - Allegro asssai - Prestissimo - Larghetto - Allegro furioso
IV Scherzo - Andantino - Vivace - Adagio - Allegro ma non tanto
V Epilog

Helmut W. Erdmann: Flöte (+ Piccoloflöte, Flöte in G, Baßflöte, Großbaßflöte in G) und Live-Elektronik

Biographie:

Michael Sell

(1942) geboren in Königstein (Ts), studierte Politologie und Naturwissenschaften, wird Trompeter (Schallplatten, Rundfunk- und Fernsehproduktionen). Ab 1978 verlagert sich der Schwerpunkt auf kompositorische Arbeiten. „Jugoslawische Quartette“, „Der Heilig`n Landmusik“ sind die Werke dieser Jahre. 1988 entstanden die auch in Donaueschingen aufgeführten „Sechs Fürsprüche“ für Soli, Chor und Orchester für das Ensemble „Deutsch-Französische Freundschaft“. Im Auftrag der Alten Oper Frankfurt für die Frankfurt Feste 1989 entstand das Oratorium „Hiroshima mon Amour“ für Soli, Sprecher und Orchester nach M. Duras. 1990 schlossen sich für die WDR - Nachtmusik in Köln die „Prometheus-Konzert-Szenen“ für Soli und Orchester an. „Und wüßten`s die Nachtigallen...“ heißt die Klangszene, die der Umlandverband Frankfurt 1991 bestellte und im selben Jahr im Zoo-Gesellschaftshaus uraufführen ließ. Ebenfalls 1991 entstanden, vom WDR Köln beauftragt, „Iterationen - Paradies der Narren“ und „Klanggold“, Uraufführungen im kleinen Sendesaal des WDR im Februar 1992, im August desselben Jahres wurden diese Werke neben anderen in der Black Box des „Gasteig“ en suite in München aufgeführt. In den Jahren 1991 bis 1994 entstehen „Concerto Piccolo Orchesterfassung“, „Tod und Wiedergeburt für Orchester“ und „ORCH MKMBW“ für Orchester, die neben anderen Werken unter dem Konzert - Titel „Raum-Musik“ 1994 in der Alten Oper Frankfurt in Verbindung mit dem WDR und dem HR uraufgeführt wurden, wobei Voraufführungen einzelner Teile dieser „Raum-Musik“ 1993 im Schauspielhaus Berlin und der Musikhochschule Frankfurt am Main, sowie für DS-Kultur Berlin erarbeitet wurden.
Konzertante Interpretation von »La Bourse« des G. Ph.Telemann aus dem Jahre 1720 vom Liebfrauenberg in Frankfurt am Main der Welt überlassen“ entstand - beauftragt von der „Projektgruppe Kultur im Ghetto“ - 1994, und 1995 entsteht das 63.00 minütige „Super-Konvolut für Flöte(n)“, das am 4. Dezember 1995 in der St. Katharinenkirche in Frankfurt am Main uraufgeführt wurde. „Großer Attraktor“ für Sopran-Vokalisen und Orchester und „Superformel für Pauker“ entstehen 1995/96 bzw. 1994, Uraufführung am 28.9.1996 in der Loschwitzer Kirche, Dresden. In der Reihe „das neue werk“ des NDR Hamburg im Studio 10 konnte am 13.3.97 das „Conc. Piccolo“ in der Barockorchesterfassung uraufgeführt werden mit der Hannoverschen Hofkapelle und dem Hölderlin Trio. In derselben Konzert-Produktion wurden erstmals das Telemann'sche Original der Suite B-dur »La Bourse« und die Sell'sche „Konzertante Interpretation von »La Bourse« des Georg Phillip Telemann aus dem Jahre 1720 vom Liebfrauenberg in Frankfurt am Main der Welt überlassen“ in den Interpretationen der Hannoverschen Hofkapelle und des Hölderlin Trios gemeinsam aufgeführt.
Die Orchesterfassung des „Super-Konvolut“ entstand 1998 und wurde am 8.9.1998 in Verbindung mit dem HR in der St. Katharinenkirche in Frankfurt am Main uraufgeführt. Anläßlich der III. Dresdner (Ur)-Aufführungen wurden die Orchesterfassungen der „Superformeln“ für Viola, Schlagzeug, „Super Paradise“ für Trompete und „Sonata picc. puttanesca“ in der Loschwitzer Kirche am 11.9.1998 erstmals aufgeführt. In Verbindung mit u.a. dem Hessischen Rundfunk wurde am 4.12.1999 in Frankfurt (M) im neuen Gallus-Theater „CES“ für großes Orchester uraufgeführt. Eine weitere Uraufführung zum Milleniumswechsel fand im Societaetstheater in Dresden vom 6. bis 8. Jan. 2000 statt: „Flutissimo 2000“. Das „Mea T - Projekt“ in Verbindung mit dem Hessischen Rundfunk wurde im September 2001 im Frankfurter Gallus Theater uraufgeführt. Das Programm „Großer Attraktor/La Bourse“ folgte im Oktober 2001 im Societaetstheater in Dresden.
Eine Ausstellung der grafischen Großpartituren zu „Flutissimo 2002“ - Hören und Sehen - mit Transfiguration VIII und Super- Konvolut, H. W. Erdmann Flöte(n), war im Jan. 2002 in der Galerie Monika Reitz in Frankfurt (M) zu sehen und zu hören. Neben den Konzerten sind 22 Schallplatten bzw. CDs sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen im In- und Ausland produziert worden. Soeben ist die CD 524 „La Bourse...“ erschienen. Weitere wichtige Auf- und Uraufführungen fanden u.a. statt in Köln: Kleiner Sendesaal des WDR, Comedia Colonia; München: Gasteig, Black Box; Berlin: Schauspielhaus, Humboldt-Universität, Festwochen; Paris: Septième Biennale de Paris; Graz: Steierischer Herbst; Donaueschingen: Donaueschinger Musiktage; Zürich: TU; Frankfurt (M): Alte Oper, Katharinenkirche; Dresden: Kulturpalast, Loschwitzer Kirche, Societaetstheater; Ludwigsburg: Schloßfestspiele; Leipzig: Alte Handelsbörse, Kongreßhalle. Michael Sell lebt freischaffend in Frankfurt am Main.

Lászlo Dubrovay

Laszlo Dubrovay Born in Budapest on 23 March 1943, Laszlo Dubrovay attended the Bela Bartok Conservatory and the Academy of Music, graduating in 1966. His professors of composition were Istvan Szelenyi, Ferenc Szabo and Imre Vincze. On a scholarship of the Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD),he continued his studies in West Germany between 1972 and 1974; he took courses in composition with Karlheinz Stockhausen and in electronic music with Hans-Ulrich Rumpert. In 1975, Dubrovay was commissioned by Westdeutscher Rundfunk, Cologne, to realise the electronic composition Sogaj (Sigh) in the electronic studios of WDR. Since 1976, he has taught music theory at the Budapest Academy of Music. 1985, he spent a year in West Berlin within the framework of the Berliner Künstlerprogramm. Laszlo Dubrovay has realised electronic and computer music in the electronic studios of WDR, the West Berlin University of Technology, in Freiburg, Stockholm, Bourges and Budapest. Prizes: 1973 Szczecin - 1st prize (Delivrance for Organ) 1974, Triest - 2nd prize (Succession for orchestra), 1985 Budapest - Erkel prize. Since 1976 he is professor at the Academy of Music Budapest. In 1965 "Artist in Berlin".

Solo Nr. 6 Die Komposition lotet die Möglichkeiten der Klanggestaltung mit der Großbassflöte in G facettenreich aus. Geräusche und Töne mit wechselseitigen Übergängen, Obertonakkorde, duale Zweistimmigkeit gleichzeitigen Spielens und Singens ergeben einen spannungsvollen Ablauf im klassischen Aufbau Exposition - Durchführung - Reprise - Coda.

 

Helmut W. Erdmann

1947 in Emden geboren. Studium in Braunschweig (Orchesterdiplom) und Hamburg (Flöte bei K. Zöller, Komposition bei D. de la Motte, Elektronische Musik bei W. Krützfeldt). 1971 Musiklehrerprüfung. Seit 1971 Lehrtätigkeit an der Musikschule Lüneburg (Flöte, Leiter des Ensembles Neue Musik Lüneburg); seit 1974 Lehrbeauftragter an der Universität Lüneburg, seit 1985 an der Universität Göttingen. Seit 1992 Professor für Komposition/Live-Elektronik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seit 1976 Dozent, Referent und Kursleiter auf überregionalen und internationalen Tagungen und Kongressen. Seit 1971 rege solistische Tätigkeit, vor allem mit dem 1971 gegründeten Varius-Ensemble (Hamburg) Seit 1980 außerdem Mitglied des Ensemble Musica Viva (Bayreuth) und seit 1991 Mitglied des Michael Sell Ensembles (Frankfurt). Anreger neuer Kompositionen für Flöte solo und Kammermusik mit Flöte. Seit 1975 Künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe Neue Musik in Lüneburg, seit 1977 außerdem Leiter des Fortbildungs-zentrums für Neue Musik Lüneburg. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Stipendiat der Deutschen Akademie Villa Massimo (Rom), der Cite Internationale des Arts (Paris), der Stanford University California, (USA), 1980 Niedersächsisches Nachwuchsstipendium, 1983 Verleihung des Bach-Preis-Stipendiums der Stadt Hamburg; 1985 Stipendiat der Casa Baldi (Olevano/Rom) und der Cite Inter-nationale des Arts (Paris) - zweiter Paris-Aufenthalt, 1988 und 1989 Gast im Atelierhaus Worpswede; 1990 Niedersächsisches Künstlerstipendium und 1991 Kulturpreis des Landkreises Lüneburg; 1996/97 Jahresstipendium des Landes Niedersachsen. Seit 1998 Präsident der Europäischen Konferenz der Veranstalter Neuer Musik. Die kompositorischen Arbeiten (ca. 150 Werke) umfassen alle Gattungen, einschließlich elektronischer und live-elektronischer Werke, Konzerte und Rundfunkproduktionen mit eigenen Werken in der Bundesrepublik Deutschland, in Europa, Japan und in den USA.

"In meinen Kompositionen bin ich bestrebt, zu einer Synthese heute möglicher Stilmittel zu gelangen. Hierzu gehört neben Einbeziehung improvisatorischer Gestaltungsmöglichkeiten bei einigen Werken, von Beginn meiner kompositorischen Arbeit an die Auseinandersetzung mit elektronischer Musik und live-elektronischer Klangverarbeitung und den differenzierten Fähigkeiten der Computermusik Von großer Bedeutung sind für mich dabei die verschiedenen Mischformen - vom "reinen" Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis zum völlig elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen der Verfremdung, Klangerweiterung, dem Feedback instrumentaler und apparativer Technik im kreativen Entfaltungsprozess. Parallel dazu hat mich die Einbeziehung melodischer und rhythmischer Elemente interessiert, um wieder zu "lustvollem" Musizieren zu gelangen. Neben diversen Kompositionen für professionelle Formationen hat mich in den zurückliegenden 20 Jahren immer wieder die Aufgabe gereizt, Stücke für den Laienbereich zu konzipieren. Vor allem in der Kammermusik sind eine Reihe von Stücken entstanden, zu denen mich jugendliche Spieler als Teilnehmer der Wettbewerbe "Jugend musiziert" angeregt haben. Für mich als Komponist stellt sich dabei auch eine wichtige pädagogische Aufgabe: jugendliche Spieler an die Auseinandersetzung mit Neuer Musik heranzuführen, ihr Interesse zu wecken und zur kontinuierlichen Beschäftigung mit Neuem, Ungewohntem zu ermuntern."

Transfiguration VIII (1994) Die Komposition entfaltet sich vom "reinen" Instrumentalton und seinen mannigfaltigen Farbgebungen bis zum völlig elektronischen veränderten Klang mit allen Zwischenstufen der Verfremdung, Klangerweiterung, dem Feedback instrumentaler und apparativer Technik im kreativen Prozess.